Montag, 6. Juni 2011

[Rezension] Carrie Ryan - The Forest of Hands and Teeth

Inhalt:
Mary lebt zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder in einem Dorf, das von einem großen, undurchdringlichen Wald umgeben ist – dem Wald der tausend Augen (Forest of Hands and Teeth). Dieser Wald wird von Ungeweihten (Zombies) bevölkert, die nur ein einziges Verlangen haben: Menschenfleisch Um sich vor diesen Kreaturen zu schützen, wird das komplette Dorf von einem hohen Zaun umspannt. Niemand weiß, ob es weitere Überlebende innerhalb oder außerhalb des Waldes gibt oder ob der Wald überhaupt jemals endet.
Um die Zukunft der Menschen im Dorf zu sichern, läuft das Leben dort nach strikten Regeln ab. Für junge Mädchen wie Mary gibt es dabei nur zwei Möglichkeiten, zwischen denen sie wählen kann: Heiraten und Kinder kriegen um so das Fortbestehen der Menschheit zu sichern oder der Schwesternschaft beitreten, den eigentlichen Führern des Dorfes und Hüter der Geheimnisse. Als Marys Mutter dem Zaun zu nahe kommt, von einem Ungeweihten gebissen wird und anschließend selbst zu einem mutiert, gibt Marys Bruder ihr die Schuld an diesem Unglück, verstößt sie und schickt sie zur Schwesternschaft. Dort kommt sie Geheimnissen auf die Spur, die sie an ihrem bisherigen Leben zweifeln lassen und in ihr die Hoffnung wecken, dass es doch etwas außerhalb des Waldes der tausend Augen gibt. Als das Dorf schließlich eines Tages von den Ungeweihten überrannt wird, muss Mary einige schwerwiegende Entscheidungen treffen...

Eindruck:
Wow – war das erste, das ich nach Beenden des Buches gedacht habe! Und das zweite: Gibt es eine Fortsetzung und wenn ja, wann??? Aber alles der Reihe nach:
Im Buch wird direkt von Beginn an eine sehr düstere und geheimnisvolle Stimmung aufgebaut: Ein Dorf mitten im Wald, umgeben von Zäunen, an denen Tag und Nacht die Ungeweihten rütteln, knurren, kratzen. Die Bewohner sind also von einer permanenten, unheimlichen Geräuschkulisse umgeben, niemals sicher, werden ständig daran erinnert, was außerhalb der Zäune lauert: Echt unheimlich! Und Carrie Ryan gelingt es diese düstere, fast klaustrophobisch anmutende Stimmung durchgehend aufrechtzuerhalten! Erster Pluspunkt!
Im Zentrum der Handlung steht Mary, ein junges Mädchen, das nicht akzeptieren kann, dass dieses Dorf ihre einzige Zukunft ist. Ein Mädchen, das mehr erwartet von ihrem Leben und das vom Ozean träumt, von dem ihre Mutter ihr erzählt hat, als sie noch klein war. Ihre Gefühle, ihre Hoffnungen und Ängste werden sehr eindringlich beschrieben, so dass es mir leicht fiel ihre Entscheidungen nachzuvollziehen und mit ihr mitzufühlen. Zweiter Pluspunkt!
Dazu gesellt sich nun noch eine verstrickte Liebesgeschichte: Mary fühlt sich schon länger zu Travis hingezogen, der sie jedoch nicht beachtet und sich stattdessen mit ihrer besten Freundin verlobt. Stattdessen ist Travis Bruder in Mary verliebt, die diese Gefühle jedoch nicht erwidert. Diese Konstellation schafft natürlich einiges an Konfliktpotential. Dritter Pluspunkt!
Als Mary in die Schwesternschaft aufgenommen wird, wird es zunehmend mysteriöser. Man merkt sehr schnell, dass die Schwestern Geheimnisse haben und mehr über die Vergangenheit wissen, als sie den Dorfbewohnern verraten. Als dann auch noch das Dorf von den Ungeweihten überrannt wird und Mary und ihre Freunde fliehen müssen, wird es richtig spannend! Vierter Pluspunkt!

Fazit:
„The Forest of Hands and Teeth“ (Der Wald der tausend Augen) ist ein von Anfang bis Ende überzeugendes Buch: Es ist zugleich spannend und einfühlsam geschrieben, unglaublich gruselig und bietet zudem eine schöne Liebesgeschichte.

Gesamteindruck:
Deshalb gibt es von mir auch volle 5 Sterne!
ScienceFiction-Challenge-Wertung: 10 von 10 Punkten

Altersempfehlung:
Da manche Szenen doch sehr brutal sind (nun ja, ist halt ein Zombie-Buch), finde ich die Altersempfehlung des Verlages von 14-17 Jahren durchaus angemessen.


Im Englischen sind bereits zwei Fortsetzungen erschienen, in denen Mary allerdings nur noch eine Nebenrolle spielt:
  • Carrie Ryan - The Dead-Tossed Waves
  • Carrie Ryan - The Dark and Hollow Places



Gelesen im Rahmen der ScienceFiction-Challenge: „Station Erde“
  • Dystopischer Roman / Endzeit
  • Zombies haben nahezu die gesamte Menschheit ausgelöscht bzw. fast jeden Menschen in Zombies verwandelt
  • Die wenigen überlebenden Menschen kämpfen jeden Tag gegen die Zombies ums Überleben
zur raVenport Science-Fiction Challenge

0 Kommentare :

Kommentar veröffentlichen