Samstag, 11. Juni 2011

[Rezension] Martin Walker - Bruno, Chef de police

Dieses Buch habe ich anlässlich des aktuellen Buchthemas "Lies ein Buch, in dessen Titel ein Eigenname vorkommt!" bei der lesenden Minderheit gelesen. Ich bin froh, dass ich es dadurch endlich mal bei meinem Vater ausgeliehen habe, der mir in regelmäßigen Abständen davon vorgeschwärmt hat.

Beschreibung: Bruno Courrèges – Polizist, Gourmet, Sporttrainer und begehrtester Junggeselle von Saint-Denis – wird an den Tatort eines Mordes gerufen. Ein algerischer Einwanderer, dessen Kinder in der Ortschaft wohnen, ist tot aufgefunden worden. Das Opfer ist ein Kriegsveteran, Träger des Croix de Guerre, und weil das Verbrechen offenbar rassistische Hintergründe hat, werden auch nationale Polizeibehörden eingeschaltet, die Bruno von den Ermittlungen ausschließen wollen. Doch der nutzt seine Ortskenntnisse und Beziehungen, ermittelt auf eigene Faust und deckt die weit in der Vergangenheit wurzelnden Ursachen des Verbrechens auf.

Meine Meinung: Man sollte sich, bevor man dieses Buch zur Hand nimmt, bewusst sein, dass es sich um einen Kriminalroman der ruhigen Art handelt. Dass man viel über das Périgord, eine Landschaft im Südwesten Frankreichs, über die Eigenheiten seiner Bewohner und, da Bruno eine Leidenschaft fürs Kulinarische besitzt, auch einiges über französische Spezialitäten und guten Wein erfährt. So beginnt dieser Roman auch eher beschaulich. Martin Walker nimmt sich viel Zeit seinen Polizisten Bruno und die anderen Charaktere vorzustellen. Doch wirkt der Roman dadurch keinesfalls zäh, da diese längere Einführung stets unterhaltsam bleibt. Schließlich geschieht ein Mord mit vermutlich rassistischen Hintergründen an einem Immigranten und Kriegsveteranen aus dem Algerienkrieg. Im Zuge der Ermittlungen lernt man dann einiges über die Geschichte Frankreichs, dunkle Kapitel zur Zeit der deutschen Besatzung und des Algerienkrieges werden aufgedeckt. Die Auflösung des Verbrechens schließlich war für mich so nicht vorherzusehen und ein gelungener Höhepunkt des Buches.    

Mein Fazit: "Bruno, Chef de police" ist ein eher beschaulicher, aber sehr unterhaltsamer und vor allem vielversprechender Auftakt einer Kriminalreihe über einen eigenwilligen Polizisten im Périgord. Ich freue mich schon auf seinen nächsten Fall!
(4 von 5 Sternen)

Verlag: Diogenes
Taschenbuch: 338 Seiten
ISBN-13: 978-3257240467

Der zweite und dritte Fall von Bruno sind auch schon erschienen: 
  1. Martin Walker - Bruno, Chef de police
  2. Martin Walker - Grand Cru
  3. Martin Walker - Schwarze Diamanten

Hier geht's zu meinem ersten Beitrag zum Buchthema im Mai/Juni: *klick*

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