Montag, 20. Juni 2011

[Rezension] Sergej Lukianenko - Die Ritter der 40 Inseln

Inhalt:
Als der junge Russe Dima einen Fotografen ein Bild von sich schießen lässt, ahnt er nicht, welch weitreichende Konsequenzen dies für ihn haben wird. Denn in dem Moment, als dieser auf den Auslöser drückt, wird Dima in eine völlig andere Welt katapultiert: ein Archipel, bestehend aus 40 Inseln, das von einem endlos scheinenden Meer umgeben ist. Der erste Eindruck, in einer Art Paradies gestrandet zu sein, verschwindet jedoch schnell, als er herausfindet, dass die Bewohner der 40 Inseln - die allesamt Kinder und Jugendliche der verschiedensten Länder sind - einen erbitterten Kampf gegeneinander führen. Denn es dürfen nur diejenigen nach Hause zurückkehren, denen es gelingt, alle 40 Inseln zu erobern...

Eindruck:
"Die Ritter der 40 Inseln" beginnt als spannendes Science-Fiction-Abenteuer für Jugendliche: Dima landet auf einer paradiesischen Insel, in der Ritterspiele ausgefochten werden, die paar Mädchen, die da sind, für das leibliche Wohl der Burschen sorgen und täglich die Sonne scheint. Wäre da nicht das Heimweh und die Frage, wie er überhaupt auf die Insel gelangt ist, wäre es ja gar kein schlechtes Leben ... Doch je länger Dima auf der Insel ist, desto mehr merkt er, dass die Kinder nicht nur Ritter "spielen", sondern dass hier tatsächlich ein bitterer Kampf stattfindet, der für die Unaufmerksamen oder einfach Unglücklichen mit dem Tod enden kann. Und so verändert sich das Buch auch Stück für Stück zu einer mitreißenden und teilweise erschütternden Studie über das Wesen der Menschen, die sich in Zeiten der Not leider allzu selten tapfer und zum Wohle der Allgemeinheit verhalten, sondern viel zu oft das Schlechte die Oberhand gewinnt. So weist die Handlung auch diverse Parallelen zum Buch "Herr der Fliegen" von William Golding auf, was der Spannung aber keinen Abbruch tut. Und so habe ich auch bis zum Ende regelrecht mitgefiebert, ob Dima herausfindet, warum sie auf diesem Archipel sind, wo dieses Archipel überhaupt ist und wer sie entführt hat. Und natürlich, ob es den Jugendlichen gelingt, von den Inseln zu fliehen.

Fazit:
Für manche mag dieses Buch lediglich ein spannendes Science-Fiction-Abenteuer sein, doch wer hinter die Fassade schaut, den erwartet eine tiefgründige Studie über das Wesen der Menschen. Deshalb finde ich das ungewöhnliche Ende, das ich hier natürlich nicht verraten werde, auch absolut passend!

Gesamteindruck: 
Wieder mal ein unglaublich vielschichtiges Werk von Sergej Lukianenko!
Deshalb gibt es von mir 4,5 von 5 Sternen! (Einen halben Punkt Abzug für einen etwas zähen Beginn)
ScienceFiction-Challenge-Wertung: 9 von 10 Punkten

Altersempfehlung:
Die Altersempfehlung ab 12 Jahren finde ich gut gewählt.

Verlag: Heyne Verlag
Taschenbuch: 416 Seiten
ISBN-13: 978-3453526631



Gelesen im Rahmen der ScienceFiction-Challenge: „Station Venus“
  • die Figuren und ihre Charakterentwicklungen stehen im Vordergrund
  • eine Liebesgeschichte spielt auch eine wichtige Rolle

1 Kommentar :

  1. Es regnet Awards:
    http://paralauscher.blogspot.com/2011/06/mein-5-award-und-ich-liebe-livi-wer.html

    Viel Spaß, ich hoffe du freust dich?

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