Sonntag, 24. Juli 2011

[Rezension] Klüpfel/Kobr - Schutzpatron

Inhalt:
Nachdem der sagenhafte Burgschatz mit der Reliquie von St. Markus, dem Schutzpatron des Allgäus jahrelang auf weltweiter Ausstellungsreise war, kehrt er nur nach Altusried zurück. Kluftinger soll an einer Arbeitsgruppe zur Sicherung des Schatzes teilnehmen, obwohl er eigentlich vollauf mit dem Tod einer alten Frau und dem Diebstahl seines Autos beschäftigt ist. 

Eindruck:
Eins vorneweg: Ich war immer ein großer Fan von Klufti. Die ersten drei Romane haben mich auch vollauf begeistert, vom vierten war ich etwas enttäuscht, der fünfte hat mich mit seiner Anlehnung an Agatha Christie Romane dann wieder begeistern können. Aber "Schutzpatron"? Selten war ich so enttäuscht...
Was die früheren Romane so besonders gemacht hat, war eine gelungene Mischung aus Humor, Krimi und Allgäu-Charme. 
Beginne ich mal mit dem eigentlichen Kriminalfall: Durch Einschübe aus Sicht der potentiellen Diebe des Schatzes, wurde schon sehr viele Informationen frühzeitig preisgegeben, was mich insofern störte, dass dem bisschen Spannung, das da war, nach kurzer Zeit schon wieder der Wind aus den Segeln genommen wurde. Dass es bei den Kluftinger-Romanen selten hoch-spannend zugeht, ist mir klar, aber in diesem Buch kam ja wirklich überhaupt keine Spannung auf.
Zum Humor: Nein, das war nicht witzig. Nein, ich finde es nicht gut, wenn der Kommissar zu einem vollkommenen Deppen degradiert wird! Ein Beispiel: Kluftis Auto wird geklaut. Und was macht der Herr Hauptkommissar: Er verhält sich natürlich nicht logisch und meldet das. Nein, stattdessen verschweigt er es allen und stellt ein Ersatzauto an seinem Parkplatz ab, um zu beobachten, ob die Diebe noch einmal am selben Ort zuschlagen ... So verhält sich doch kein Kommissar! Und das war leider nur eine von vielen irrwitzigen Situationen. Hier kommt leider jegliche Glaubwürdigkeit abhanden. Das liebenswürdige, schrullige, das Klufti früher ausgemacht hat, verkommt hier zur vollkommenen Dämlichkeit. Und über so etwas kann ich nicht mehr lachen.
Den dritten Aspekt - den Allgäu-Charme - habe ich auch vergeblich gesucht.
Positives fällt mir eigentlich gar nichts ein. Ja, manchmal habe ich etwas gelacht, aber den größten Teil des Buches habe ich mich eigentlich nur gezwungen, weiterzulesen.

Fazit:
Das mag jetzt vielleicht alles etwas hart klingen, aber ich bin enttäuscht. Ehrlich!
Mein Tipp für Fans: Lieber auf das Taschenbuch warten. Und an alle Klufti-Neulinge: Erst mal die ersten drei Teile lesen. Die haben wenigstens noch Flair...


Gebundene Ausgabe: 389 Seiten
Verlag: Piper
ISBN-13: 978-3492052054

Reiheninfo:
  1. Milchgeld
  2. Erntedank
  3. Seegrund
  4. Laienspiel
  5. Rauhnacht
  6. Schutzpatron



    Gelesen im Rahmen der Challenge: Deutschsprachige Autoren

    1 Kommentar :

    1. So schlecht? Das ist ja schade! Die bisherigen Bücher fand ich immer ganz gut! Ich hab "Schutzpatron" als ebook, war wenigstens nicht sooo teuer ;) Gelesen hab ich es aber noch nicht.

      Liebe Grüße,
      Juliane

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