Freitag, 1. Juli 2011

[Rezension] Mary E. Pearson - The Miles Between

Inhalt:
Seit Destiny sieben Jahre alt ist, wird sie von ihren Eltern von einem Internat ins nächste befördert. Da sie nie lange an einem Ort ist, hat sie gelernt, besser keine Freundschaften zu schließen und stattdessen für sich allein zu bleiben. Welchen Zweck hätte dies auch, weiß sie doch, dass sie schon bald wieder fort muss. Doch an einem "perfekten Tag" entdeckt sie ein leerstehendes rosa Auto, an dem noch der Schlüssel steckt. Vom Besitzer ist weit und breit nichts zu sehen. So passiert es, dass sich Destiny und drei ihrer Mitschüler aus den unterschiedlichsten Gründen aus ihrem Alltag ausbrechen und zusammen einen spontanen Roadtrip beginnen, der alles verändern wird.

Eindruck:
Der deutsche Titel “Ein Tag ohne Zufall“ passt meines Erachtens mindestens genauso gut zum Buch Buch wie der englische Titel „The Miles Between“. Denn genau davon handelt es: von einem Tag, an dem die merkwürdigsten und skurrilsten Dinge geschehen, an dem alles einen ganz bestimmten Sinn hat und nichts durch Zufall geschieht. Es beginnt damit, dass Destiny auf dem Internatsgeländer über ein verlassenes rosa Auto stolpert. Da die Schlüssel stecken und vom Besitzer weit und breit nichts zu sehen ist, beschließt sie, dass dieser Tag etwas Besonderes wird, dass dies ihr einer „fairer Tag“ wird. Durch einen Zufall – oder eben Schicksal! – befinden sich schon nach kurzer Zeit drei weitere Mitschüler mit ihr in diesem Wagen, was der Beginn eines einmaligen und teils absonderlichen Roadtrips darstellt.
Es gibt einige witzige und vor allem skurrile Episoden auf ihrem Weg in die 19 Meilen entfernte Stadt Langdon. Doch schwebt währenddessen die Vergangenheit wie ein dunkler Schleier über Destinys Gedanken: Die Erinnerung an das, was an ihrem siebten Geburtstag geschehen ist, etwas so schlimmes, dass ihre Eltern sie seitdem von Internat zu Internat verfrachten. Diese Erinnerungen werden immer mal wieder in einzelnen Kapiteln eingestreut und haben erheblich dazu beigetragen, dass ich kaum Lesepausen machen wollte, um so schnell wie möglich zu erfahren, was damals geschehen ist.
Auch von den Hauptfiguren, allen voran Destiny, aber auch der lebensfrohen Mira, dem rationalen Aidan und dem geheimnisvollen Seth, war ich sehr fasziniert. Mary E. Pearson hat zwar dadurch, dass sie die Geschichte aus der Perspektive von Destiny erzählt, den Fokus auf sie gelegt, doch auch die anderen offenbaren im Laufe des Buches eine Reihe von Geheimnissen. Dabei schreibt die Autorin wieder so gefühlvoll, dass ich mich den Figuren beim Lesen sehr nah gefühlt und vor allem „mit“ ihnen gefühlt habe.
Bis ca. 50 Seiten vor Schluss wollte ich dem Buch noch 4 Sterne geben. Klar, ich war begeistert: all die absurden Dinge, die geschehen, das geheimnisvolle Vergangenheit von Destiny, das alles macht die Geschichte schon zu etwas besonderem. Doch gegen Ende nimmt das Buch noch einmal eine ganz neue, viel ernstere Wendung. Und dann gipfelt dieser Roadtrip in einem mich vollkommen verblüffenden, aber stimmigen und einfach überwältigenden Ende, das mich sehr gerührt hat.

Fazit:
„The Miles Between“ ist ein echtes Leseerlebnis! Zum einen ist es ein verrückt-witziger Roadtrip, zum anderen aber auch sehr gefühlvoll, von Anfang bis Ende überraschend, einfach ein Buch, in dem alles möglich ist.


Cover:
Ich liebe - wie kann es auch anders sein - die Schmetterlinge! (die glänzen übrigens ganz besonders schön, wenn man sie ins Licht hält ;) ) Toll finde ich, dass es sich nicht um ein 0-8-15-Standard-Cover handelt, sondern dass sowohl die Schmetterlinge, als auch das sich in der Sonnenbrille spiegelnde rosa Auto, eine zentrale Rolle in der Geschichte spielen.

Taschenbuch: 288 Seiten 
Sprache: Englisch 
Verlag: Square Fish 
ISBN-13: 978-0312659264

Deutscher Titel: Ein Tag ohne Zufall

Weiter Bücher der Autorin:
  1. The Adoration of Jenna Fox / Zweiunddieselbe
  2. The Fox Inheritance (erscheint am 30.08.2011)
  3. Scribbler of Dreams

Kommentare :

  1. Bei diesem Buch überlege ich ja auch schon länger, ob ich es mir kaufen soll, denn die Meinungen sind so verschieden, dass man ja irgendwie mal in Erfahrung bringen muss, ob es einem selbst wohl gefällt :D
    Danke für die Rezension, ich werde wohl mal schauen...

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  2. Stimmt, ich hatte im Vorfeld auch ein paar Rezis gelesen, in denen das Buch nicht so gut weg kam. Da mir aber "The Adoration of Jenna Fox" so zugesagt hatte, wollte ich's einfach mal ausprobieren. Und für mich hat's dann gelohnt. :)

    liebe Grüße,
    Steffi

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