Montag, 18. Juli 2011

[Rezension] Miriam Pharo - Schlangenfutter

Der Zukunftsthriller "Schlangenfutter" ist das erste Buch des Zweiteilers "Sektion 3 / Hanseapolis". Er besteht aus den Episoden "Das rote Pendel" und "Das Attentat".

Inhalt:
Die einst blühenden Hansestädte wurden von einer riesigen Sturmflut zerstört. Hamburg entwickelte sich seitdem zu einer Megacity namens Hanseapolis, die über 20 Millionen Einwohner hat.
Eines Tages wird im Sumpf eine verstümmelte Frauenleiche gefunden. Der Fall wird Detective Marino, die gerade erst zum Morddezernat in Hanseapolis versetzt wurde, und ihrem Partner Elias Kosloff zugeteilt und führt die beiden tief ins Gebiet skrupelloser Verbrecherbanden.

Eindruck:
Was mich von "Schlangenfutter" von Anfang an faszinierte, war der Genremix aus Science-Fiction-Roman und Thriller. Ich fand es sehr spannend zu sehen, wie die Autorin Miriam Pharo diese Genres miteinander verbunden hat. Ihre Beschreibung der zukünftigen Welt hat mir dann auch sehr gut gefallen: Die Skizzierung von Hamburg als Megacity, neuer Technologien, Ansichten und Lebensweisen, das alles wurde glaubwürdig dargestellt. Was mich allerdings zum Ende des Buches hin immer mehr störte, waren die sogenannten "Info Breaks": Eingeschobene Texte, die in Form von Lexikoneinträgen diverse Technologien erklärten. Im Haupttext selbst hätten sie mir wesentlich besser gefallen. Aber so haben sie meinen Lesefluss erheblich gestört und wirkten auf mich eher deplatziert.
Der eigentliche Kriminalfall konnte mich nicht vollkommen überzeugen. Meines Erachtens verliefen die Ermittlungen etwas zu flott und die Entwicklungen erschienen teilweise konstruiert. Generell war mir das Buch auch einfach zu actiongeladen. Aber sowas ist ja bekanntlich Geschmackssache.
Zu den Charakteren: Der Klappentext verspricht den Lesern zwar "glaubwürdige Charaktere". Das kann ich allerdings nicht bestätigen. Marino und Kosloff fand ich etwas blass und stereotyp. Kosloff: Der harte Cop mit einem gebrochenen Herzen, Marino: Der intelligente, aber naive und weichherzige weibliche Part.
Eingeschobene Gedankenfetzen wie "Die Aktion kann uns den Kopf kosten!" und "Wir kriegen das Schwein!", die vom restlichen Text besonders hervorgehoben wurden, wirkten auf mich auch befremdlich, sollten aber wohl zur Glaubwürdigkeit der Charaktere beitragen. 

Fazit:
Somit konnten mich weder der Kriminalfall, noch die Charaktere und der Sprachstil vollkommen überzeugen. Die Ausarbeitung der SciFi-Welt fand ich hingegen genial. Da der erste Teil mit einem gemeinen Cliffhanger endet, möchte ich auch den zweiten Teil lesen um zu erfahren, wie sich alles auflösen wird. 

Gesamteindruck:
Das macht dann insgesamt 3 von 5 Sternen für einen soliden, aber für mich nicht herausragenden SciFi-Krimi! 
ScienceFiction-Challenge-Wertung: 6 von 10 Punkten.

Cover:
Das Cover ist klasse! Das Mädchen, das durch den düsteren Tunnel geht, vermittelt direkt eine düstere und mysteriöse Atmosphäre und gibt so einen ersten passenden Einblick auf den Inhalt des Buches.

Verlag: Acabus
Broschiert: 239 Seiten
ISBN-13: 978-3941404793

Reiheninfo "Sektion 3 / Hanseapolis":
  1. Schlangenfutter
  2. Schattenspiele

Ich danke dem ACABUS Verlag und "Blogg dein Buch" für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Zum Kaufen hier klicken!
 


Gelesen im Rahmen der ScienceFiction-Challenge: „Station Uranus
  • Deutschsprachige Science-Fiction
  • Romane, die in ihrer Originalfassung auf Deutsch herausgegeben worden sind

0 Kommentare :

Kommentar veröffentlichen