Sonntag, 3. Juli 2011

[Rezension] Sergej Lukianenko - Das Schlangenschwert

Diese Rezension bezieht sich auf das Hörbuch, das eine Länge von knapp 14 1/2 Stunden besitzt. 

Inhalt:
Der 13-jährige Tikkirej lebt zusammen mit seinen Eltern auf dem Planeten Karijer, dessen Oberfläche radioaktiv verseucht ist. Nur diejenigen, die es sich finanziell leisten können, dürfen unter einer Kuppel bleiben, die die radioaktive Strahlung abhält. Alle anderen, die außerhalb der Kuppel ihr Dasein fristen müssen, sterben spätestens nach ein paar Jahren an der gefährlichen Strahlung. Eines Tages machen Tikkirej's Eltern von ihrem Verfassungsrecht zu Sterben gebrauch, um Tikkirej's Leben unter der Kuppel zu sichern. Doch er denkt nicht daran, den Rest seines Lebens auf Karijer zu bleiben. Stattdessen heuert er als "Modul" auf einem Raumtransporter an, was der Beginn einer langen und gefahrvollen Reise darstellt. 

Eindruck:
Zuerst das Positive: Wie gewohnt schafft Lukianenko ein beeindruckendes Universum. Seine Ideen sind wie immer großartig, jeder Planet, den er entwirft, einzigartig.
Mehr Positives fällt mir allerdings schon nicht mehr ein. Denn die 14 Hörstunden waren vor allem durch eines geprägt: Langeweile. Es zieht sich unglaublich. Und bis zum Ende hatte ich das Gefühl, dass nicht wirklich viel passiert ist in dem Buch. Zudem fand ich einige Handlungsstränge sehr unglaubwürdig und übertrieben. Aus einer Mädchen-Hip-Hop-Truppe wird zum Beispiel in kurzer Zeit eine Elite-Amazonen-Einheit geformt? Nun ja ...
Dann die nicht stattfindende Entwicklung Tikkirej's: Denn dieser bleibt über die komplette Handlung hinweg, dasselbe naive, dumme Kind wie am Anfang. Seinen kindischen Gedankengängen zu folgen war am Anfang ja noch ganz nett, je länger das Hörbuch andauerte, desto nervtötender wurde es aber. Ich fand es absolut unglaubwürdig, dass er das komplette Buch überhaupt keine Entwicklung durchzumachen schien. Stattdessen war der Krieg für ihn bis kurz vor Ende kaum mehr als ein nettes Spiel - so schien es zumindest für mich. Im Gegenzug hatte er aber
Vorsicht SPOILER:
... kaum Gewissensbisse ein junges Mädchen und einen erwachsenen Mann umzubringen, nur weil man es ihm befohlen hat. Das fand ich auch sehr unglaubwürdig.
Zudem fand ich den Titel falsch gewählt und in die Irre führend: Ich dachte nämlich schon, dass dieses besondere Schwert eine zentrale Rolle spielen wird. Aber davon kann keine Rede sein, so wenig, wie es erwähnt wurde.
Schade war auch, dass es keine einzige echte weibliche Hauptrolle gab. Die Mädchen waren eher so etwas wie Statisten. Vielleicht liegt es daran, dass Frauen aufgrund ihres fehlenden Y-Chromosoms eine Weltraumfahrt nicht überleben würden und deshalb bei diesen Fahrten in einen Tiefschlaf versetzt werden müssen. Wer weiß warum, jedenfalls fand ich die paar weiblichen Rollen im Buch eher lächerlich (Stichwort  Amazonen)
Was mich aber am meisten gestört hat, war der Sprecher. Das ist natürlich eine rein subjektive Bewertung, aber mir war seine Stimme von Anfang an unangenehm in meinen Ohren. Was ich aber echt nervtötend fand, waren seine Interpretationen von Kinder- und Frauenstimmen. Dabei ist er immer in eine ganz schrecklich weinerliche, jammernde und viel zu hohe Tonlage gewechselt.

Fazit:
Dieses Buch war eine einzige Enttäuschung! Das bin ich von dem Autor nicht gewohnt und hoffe, dass diese negative Erfahrung ein Einzelfall bleibt. Hätte ich das Hörbuch nicht im Rahmen der ScienceFiction-Challenge gehört, hätte ich es wohl vorzeitig abgebrochen.

Gesamteindruck: 
Somit vergebe ich einen Sympathiestern und einen weiteren für das wie gewohnt fantasievolle Universum. Das macht dann summa summarum 2 von 5 Sternen. ScienceFiction-Challenge-Wertung: 4 von 10 Punkten.



Audio CD
Verlag: Hörcompany
Spieldauer: 14 Std. 26 Min.
ISBN-13: 978-3939375234



Gelesen im Rahmen der ScienceFiction-Challenge: „Station Merkur“
  • Neue Science-Fiction: Etwa im Jahr 2000 oder später veröffentlicht
  • Veröffentlichungsdatum: 2001 

Kommentare :

  1. Hmm, schade, das Buch klingt echt gut von der Geschichte her...Nun ja, kennt man ja, nicht alles, was gut klingt, muss auch gut sein ;)
    Wunderbare, klare und ausführliche Rezension!

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  2. danke für die Rezi! Ich bin auch Fan von Lukanjenko, mir hat bisher alles gefallen. Allerdings habe ich dieses hier noch nie angefangen, weil ich einige negative Rezis kenne und mich nicht so recht an das Buch herantreue, ... na, mal abwarten, vielleicht versuche ich es irgendwann.

    Danke, dass Du den Spoiler markiert hast! Ist schwer, da nicht trotzdem weiterzulesen, aber ich möchte mir ja nix vorwegnehmen ...

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  3. Oh,vom Klappentext her sehr interessant!Schade!

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  4. Auch danke für die Rezi. Erstaunt mich schon, habe ich doch unlängst ein paar Sci-Fi Romane als Hörbücher von Sergej Lukianenko gehört. Und sie sehr gut gefunden. Aber kaum einer kann immer für alle nur gut sein ... bzw. Gutes schreiben.

    Naja, schon wieder Geld gespart. ;)

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  5. @All: Gerade Hörbücher sind ja ein schwieriges Thema. Alles sehr subjektiv, weil man ja auch mit dem Sprecher auskommen muss.^^
    Nun ja, der Sprecher und ich sind halt bis zum Ende nicht warm geworden... aber wie ich oben geschrieben hab, gerade an dieser Geschichte hat mich noch weitaus mehr gestört.
    Trotzdem werde ich bald ein anderes Buch von ihm lesen (Sternenspiel), das schon auf meinem SUB auf mich wartet. :)

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