Donnerstag, 1. September 2011

[Rezension] Kerstin Gier - In Wahrheit wird viel mehr gelogen

Inhalt:
Carolin ist 26 Jahre jung - und seit kurzem Witwe. Obwohl sie kaum imstande ist, einen klaren Gedanken zu fassen, muss sie sich mit der Familie ihres verstorbenen Mannes um ein nicht gerade kleines Erbe streiten. Zum Glück ist Carolin nicht allein und wird von ihrer Familie und einem netten Apotheker darin unterstützt, einen Neuanfang zu wagen.

Eindruck:
Zuerst wusste ich nicht so recht, was ich von diesem Buch halten soll. Kerstin Gier, berühmt und geliebt für ihre wundervoll witzigen und spritzigen Frauenromane, schreibt ein Buch, in dem der Tod eines geliebten Menschen verarbeitet werden muss. Ob das passt? Nun ja, ich hatte da so meine Zweifel... Allerdings stellte sich rasch heraus, dass diese vollkommen unbegründet waren. Natürlich ist die Grundthematik sehr ernst: Carolin muss den Tod ihres geliebten Ehemannes verarbeiten. Sie hat alles verloren was ihr wichtig ist, ist verzweifelt, depressiv. Ihrer Familie gelingt es kaum, an sie heranzukommen. Auch der Besuch bei einer Therapeutin kann ihr zu Beginn nicht dabei helfen, den Todesfall zu verarbeiten. Das alles wird glaubwürdig vermittelt - zumindest so weit ich das beurteilen kann. Die Geschichte driftet an keiner Stelle ins Geschmacklose ab.
Natürlich wäre es aber kein "Kerstin Gier"-Roman, wenn das schon alles gewesen wäre. Denn wie gewohnt kommt auch hier der Humor nicht zu kurz. Nein, eigentlich wird man schon von der ersten Seite an wieder mit heiteren Szenen aus dem Alltag und einer Menge Situationskomik versorgt. Am meisten gefallen mir ja immer ihre herrlich überspitzt dargestellten Nebenfiguren. Und in diesem Buch hat man - für mich völlig überraschend!! - auch das Vergnügen, einige in der Mütter-Mafia liebgewonnenen (na ja, manche auch nicht ganz so liebgewonnenen) Figuren wiederzutreffen. Allen voran natürlich Mimi, Carolins Schwester. Aber auch Constanze und Trudi fehlen nicht. Und sogar der mürrische Herr Hempel bekommt ein paar kleine Gastauftritte. Dieses "Wiedersehen" alter Bekannter hat mich unglaublich gefreut.
Was mir an ihren Büchern übrigens am meisten gefällt ist, dass ihre Hauptfiguren nicht so "dämlich" sind wie in vielen anderen Frauenromanen. Da wirken die Witze oft sehr bemüht, die Frauen sind zuerst total dumm,  um dann durch eine wundersame Verwandlung zu Superheldinnen zu mutieren (überspitzt ausgedrückt). So einen Blödsinn hat Kerstin Gier nicht nötig. Und dafür liebe ich ihre Romane!
Und so wurde ich auch in diesem Roman wieder bestens unterhalten: Mit einer tollen Geschichte, viel Humor und einer Kerstin Gier in Bestform!

Fazit:
"In Wahrheit wird viel mehr gelogen" reiht sich nahtlos in die Liste meiner über alles geliebten Bücher von Kerstin Gier ein und ich kann es kaum erwarten, ihren neuen Roman "Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner" zu lesen.



Verlag:  Bastei Lübbe (Bastei Verlag)
Taschenbuch: 272 Seiten
ISBN-13: 978-3404165520



Gelesen im Rahmen der Challenge: Deutschsprachige Autoren

1 Kommentar :

  1. Tolle Rezi, mir hat das Buch auch wirklich gut gefallen :)
    Liebe Grüße, Belle

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