Dienstag, 27. September 2011

[Rezension] Sergej Lukianenko - Wächter der Nacht

Inhalt: 
Seit Menschengedenken leben die sogenannten "Anderen" unerkannt mitten unter uns. Die Anderen, das sind Gestaltwandler, Vampire, Hexen und Magier. Damit das Gleichgewicht zwischen den Dunklen und den Hellen gewahrt bleibt, gibt es zum einen die "Wächter der Nacht", die nachts die Dunklen überwachen. Zum anderen übernehmen die "Wächter des Tages" die Überwachung der Hellen. So wird gewährleistet, dass der Waffenstillstand befolgt und das Gleichgewicht aufrechterhalten wird. Doch es wurde geweissagt, dass eines Tages ein Anderer kommen wird, mit der Fähigkeit das Gleichgewicht für immer zu verändern. Doch wenn er sich für die Seite des Bösen entscheidet, wird dies die Welt ins Chaos stürzen...  

Eindruck:
Dieses Buch gliedert sich in drei Abschnitte, die jeweils einzelne Episoden aus dem "Alltag" der Wächter der Nacht erzählen, die aber zugleich auch alle miteinander verbunden sind. 
 Dies hier ist mal wieder ein typischer Lukianenko. Es gibt zwei Seite: Die Hellen und die Dunklen, die Wächter des Tages und die Wächter der Nacht. Trotz dieser klaren Zweiteilung, ist aber natürlich alles viel komplizierter. Denn schon relativ früh merkt man, dass die Dunkeln nicht vollkommen böse und die Hellen alles andere als gut sind. Beide Organisationen verfolgen ihre ganz eigenen Ziele, spinnen Intrigen, versuchen die andere Seite zu übertölpeln. Die Methoden sind dabei auf beiden Seiten höchst zweifelhaft. Und so wird auch der Leser wieder mit einer ganzen Menge an Fragen konfrontiert: Was ist wirklich gut und was böse? Wo kann man die Grenze ziehen? Heiligt der Zweck wirklich die Mittel und darf man unschuldige Menschen opfern, um eine viel größere Zahl an Menschen zu retten? Nein, als Leser hat man es nicht leicht. Aber genau das macht es auch so spannend die Bücher von Lukianenko zu lesen. Man bleibt eigentlich bis zum Ende im Ungewissen über die tatsächlichen Ziele der Protagonisten. Man weiß nie, auf welcher Seite sie wirklich stehen, was Schein ist und was Realität.  
Die Hauptperson Anton befindet sich auf der Seite der Hellen. Doch er ist weit davon entfernt ein strahlender Held zu sein. Er kämpft zwar meist mit großer Überzeugung für das Gute, doch die zwielichtigen Methoden beider Seiten machen ihm schwer zu schaffen und stellen ihn auf die ein oder andere harte Probe. Die anderen Personen im Buch sind - wie eben schon erwähnt - meist schwer zu durchschauen. Es ist sehr schwierig herauszufinden, wer wann was im Schilde führt und wer für welche Sache kämpft.
So ist auch die gesamte Handlung sehr verstrickt und mysteriös. Zum einen ist "Wächter der Nacht" spannend und actiongeladen, zum anderen aber auch ruhig und nachdenklich. Leider wurden manche Szenen und Zusammenhänge aber sehr hastig erzählt, waren für mich zu abgehackt und undurchsichtig. Vor allem am Ende ging alles so schnell, dass ich der Handlung kaum noch folgen konnte und mir gar nicht sicher war, alle Zusammenhänge verstanden zu haben. Für mich blieben jedenfalls sehr viele Fragen offen. Aber wenigstens bleibt mir die Hoffnung, dass Teil 2 "Wächter des Tages" und Teil 3 "Wächter des Zwielicht" mehr Antworten liefern werden.   

Fazit:
Insgesamt betrachtet ist "Wächter der Nacht" allerdings ein sehr spannendes und gut durchdachtes Science-Fiction-Buch, das mir einige nicht immer einfache, aber dennoch schöne Lesestunden beschert hat. Wäre es an manchen Stellen nicht so hastig und zusammenhanglos erzählt worden, gäbe es fünf Sterne. So ziehe ich aber einen Stern ab und gebe diesem tiefgründigen Werk 4 Sterne.


Gesamteindruck:
ScienceFiction-Challenge-Wertung: 8 von 10 Punkten

Verlag: Heyne Verlag
Taschenbuch: 528 Seiten
ISBN-13: 978-3453530805



Gelesen im Rahmen der ScienceFiction-Challenge: „Station Neptun“
  • Mehrweltengeschichten
  • Romane über das Weltenwandeln, das Eintauchen in Parallelwelten, andere Dimensionen oder virtuelle Realitäten

Kommentare :

  1. Klingt sehr interessant das Buch, ist auf meine Wunschliste gewandert. Danke dir ;)

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  2. Hey Steffi,
    Wieder jemandem, dem Wächter der Nacht zusagt :)
    Find ich gut, mir geht es auch so.

    Es gibt übrigens noch einen 4 Teil, Wächter der Ewigkeit, aber den kann ich nicht empfehlen. Entstanden ist er erst nach den beiden Filmen, weil Lukianenko angeblich Lust hatte, einer bestimmten Figur (Kostja) noch eine wichtigere Rolle zu geben. Auf mich wirkte es wie der billige Versuch, aus einem funktionierenden Setting noch etwas mehr Profit zu schlagen.
    Teil 2+3 sind aber lesenswert :)

    Gruss Dani

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  3. @Vega: Danke für den Hinweis! :) Dann werde ich mir etwas genauer überlegen, ob ich mir den vierten Teil der Vollständigkeit halber zulege oder nicht.
    Freu mich jedenfalls schon sehr auf Teil 2 + 3 :)

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  4. gerne :)

    Dumm ist halt, dass es nach 3 ein offenes Ende gibt. Drum hab ich mir das 4. auch noch gekauft, aber auch das kommt nicht zu einem Ende ...
    Irgendwann hatte ich den Eindruck, dass das Lukianenko absichtlich macht. Er schreibt ein offenes Ende, und wenn sich das Buch gut verkauft, schreibt er ein weiteres ...
    Aber du siehst es dann ;)

    Gruss

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