Freitag, 30. September 2011

[Rezension] Vincent Kliesch - Der Todeszauberer

Inhalt:
17 Frauen hat der sogenannte Schläfenmörder in den letzten Jahren an den unterschiedlichsten Orten Deutschlands ermordet. Als eine verstümmelte Frauenleiche ans Havelufer geschwemmt wird, ist für Kommissar Julius Kern schnell klar: der Schläfenmörder ist in Berlin angekommen! Eine attraktive Fallanalytikerin aus Bayern wird ihm zur Aufklärung des Falles zur Seite gestellt. Aber trotz der fremden Hilfe kommen sie nicht so recht voran. Doch dann bekommt Kern plötzlich Hinweise von einem alten und unliebsamen Bekannten: Tassilo - Kerns Erzfeind - scheint mehr über die Mordserie zu wissen als die Polizei...

Eindruck:
In Vincent Klieschs neuem Thriller wird Kommissar Julius Kern erneut mit einer ungelösten Mordserie konfrontiert. Die Ermittler tappen seit Jahren im Dunklen. Doch wir, die Leser, erfahren (wie beim Vorgänger) schon auf den ersten Seiten, wer der gesuchte Mörder ist. Und auch Tassilo - der klassische böse Gegenspieler - ist wieder mit von der Partie. Tja, und genau das ist das Problem des Thrillers: Er ist von Anfang bis Ende exakt gleich aufgebaut wie der Vorgänger "Die Reinheit des Todes". So viele Parallelen können nicht nur Zufall sein. Somit gab es auch kaum Überraschungen, kein entsetztes Aufschreien, kein Nach-Luft-Schnappen, nichts. Denn irgendwie war mir einfach alles schon so seltsam bekannt, konnte mich nichts mehr wirklich schocken.
Tassilo - der ewig böse Gegenspieler, Kern - der durch und durch gute Cop. Ein weiterer Aspekt des Buches, der mir nicht mehr zugesagt hat. Tassilo komplett in schwarz und Kern in strahlendem weiß. Wo bleibt denn da der Nervenkitzel? Und apropos Kern: Durch die permanente Heiligsprechung von Seiten seiner Kollegen, wurde er mir mehr und mehr unsympathisch. Mehrfach wurde betont, dass, wenn überhaupt jemand, dann einzig und allein Kern in der Lage ist, diesen Serienmörder zu fangen! Und sein Beruf ist natürlich nicht nur ein Beruf für ihn, sondern Berufung! Er muss die Welt vom Bösen befreien! So viel Pathos habe ich schon lange nicht mehr auf einem Haufen erlebt. Weitere Beispiele darf ich leider nicht nennen, sonst würde ich zu viel spoilern.
Trotz allem habe ich diesem Buch 3,5 von 5 Punkten gegeben. Wieso? Weil es trotzdem ein guter Thriller ist. Keine Frage, Vincent Kliesch weiß seine Leser zu fesseln und Spannung aufzubauen. Auch das schwierige Verhältnis Kerns zu seiner Tochter und seiner Ehefrau wurde gut geschildert. Mit einem Satz: Ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen flüssig durchgelesen.
Aber: Nach einem so grandiosen ersten Buch erwartet man von seinem Nachfolger einfach mehr. Mehr, als nur das Erfolgsrezept des Vorgängers zu kopieren. Ich habe mich so auf  "Der Todeszauberer" gefreut, weil ich eben keinen gewöhnlichen Thriller erwartet habe, sondern neue und aufregende Ideen.

Fazit:
"Der Todeszauberer" ist ein guter und spannender Thriller, der aber weit hinter seinem Vorgänger zurückbleit und diesen, anstatt sich etwas Neues einfallen zu lassen, nach Belieben kopiert. Schade!


Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag
Taschenbuch: 352 Seiten
ISBN-13: 978-3442374939




Gelesen im Rahmen der Challenge: Deutschsprachige Autoren

1 Kommentar :

  1. Huhu, dann geht's dir ja wie mir. Ich wünsch dir ganz viel Spaß beim Lesemarathon. :-)

    Liebe Grüße
    Mareike

    AntwortenLöschen