Dienstag, 20. September 2011

[Rezension] Voler Kutscher - Goldstein

Dies ist nach "Der nasse Fisch" und "Der stumme Tod" schon der 3. Fall des Berliner Kommissars Gereon Rath, der vor der Kulisse der untergehenden Weimarer Republik für Recht und Ordnung sorgt.

Inhalt:
Berlin 1931. Alex und Benny, ein junges Gaunerpärchen, werden bei einem Einbruch in das Kaufhaus KaDeWe erwischt. Als sie versuchen zu fliehen, stürzt Benny und erliegt schließlich seinen Verletzungen. Doch Alex ist sicher: Es war kein Unfall. Zur gleichen Zeit reist ein bekannter amerikanischer Gangster nach Berlin, der von Gereon Rath überwachet werden soll. Zudem muss er sich auch noch um den KaDeWe-Fall kümmern und wird von der Unterweltgröße John Marlowe dazu verpflichtet, für diesen private Ermittlungen durchzuführen. Gereon Rath hat also mal wieder alle Hände voll zu tun. Seine Freundin Charly Ritter wird unterdessen auch in den KaDeWe-Raub verwickelt. Während die beiden sich auf Spurensuche begeben, nehmen die Unruhen in Berlin ungeahnte Ausmaße an: Die Straßenschlachten werden immer brutaler, bis es schließlich zu Todesfällen kommt...  

Eindruck:
Schon die ersten beiden Fälle von Gereon Rath haben mich begeistert. Aber mit Goldstein hat der Autor den bisher besten Roman der Reihe geschrieben und mich vollends für diese Reihe eingenommen!
Das Besondere an den Krimis von Volker Kutscher ist die Zeit in der sie handeln: Die Weimarer Republik ist dem Untergang geweiht und die Nationalsozialisten beginnen ihre Fühler auszustrecken. Kommunisten und SA liefern sich heftige Straßenkämpfe, die Übergriffe der SA werden immer heftiger und doch scheinen alle, die keiner fanatischen politischen Richtung angehören, den Kämpfen seltsam desinteressiert gegenüberzustehen. Nur wenige bemerken, dass die Stadt einem Pulverfass gleicht, das bald zu explodieren droht. Dies alles bildet die ungewöhnliche Kulisse für die Kriminalfälle des Gereon Rath. Dabei driftet Volker Kutscher niemals ins Langweilige ab, sondern präsentiert diese gefährliche Zeit äußerst spannend und authentisch. Ich hatte beim Lesen tatsächlich das Gefühl, als wäre ich selbst im Berlin des Jahres 1931.
In diesem Buch muss sich Gereon Rath gleich drei Fällen widmen. Zudem stellt Charly dieses Mal Nachforschungen in eigener Sache an. Man hat es also mit vier verschiedenen Erzählsträngen zu tun, die trotz vieler Perspektivenwechsel spannend erzählt werden. Neben dem KaDeWe-Raub muss sich Gereon Rath nämlich auch einer privaten Sache der Berliner Unterweltgröße John Marlowe annehmen. Und dass der amerikanische Gangster Goldstein ein Jude ist, macht diesen dritten Fall natürlich besonders heikel. Erstaunlicherweise gelingt es Volker Kutscher perfekt diese vielen Handlungsfäden spannend und ohne den Überblick zu verlieren zu erzählen  und am Ende zu einem verblüffenden Gesamtbild zusammenzusetzen. Der Autor hat es in  diesem Fall geschafft, mich von Anfang bis Ende zu fesseln.
Das Buch gipfelt schließlich in einem sehr erschütternden Ende und ich bin sehr gespannt, wie diese geschichtliche Entwicklung im nächsten Krimi aufgegriffen wird.

Fazit:
Ein unglaublich guter Krimi vor einer zugleich interessanten wie auch erschreckenden historischen Kulisse, die diesen Krimi zu etwas ganz besonderen macht!
Uneingeschränkte Leseempfehlung!


Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Taschenbuch: 576 Seiten
ISBN-13: 978-3462043235

Reiheninfo
  1. Der nasse Fisch
  2. Der stumme Tod
  3. Goldstein



Gelesen im Rahmen der Challenge: Deutschsprachige Autoren

1 Kommentar :

  1. Hi Steffi, machst du noch beim Teaser Tuesday mit? Ich habe endlich diese Woche mal wieder mit gemacht :D Ist ja schon lang her- höhö!

    LG
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