Freitag, 7. Oktober 2011

[Rezension] Kim Harrington - Clarity

Inhalt:
Clarity lebt zusammen mit ihrer Familie in Eastport, einer Touristenstadt auf Cape Cod. Doch es ist keine gewöhnliche Familie: Ihre Mutter ist Telepathin, ihr Bruder ein Medium und sie selbst "sieht", wenn sie bestimmte Gegenstände berührt,  Ereignisse und Gefühle aus der Vergangenheit. Ihren Lebensunterhalt verdienen die drei damit, Touristen mit ihren Fähigkeiten zu unterhalten. Doch von vielen Stadtbewohnern werden sie argwöhnisch beobachtet und Clarity, seit sie sich erinnern kann, von anderen Kindern gehänselt.
Als eine junge Touristin ermordet aufgefunden wird, soll Clare mithilfe ihrer besonderen Gabe dazu beitragen, den Fall aufzuklären. Dass sie dabei zwangsweise zum einen in ständigem Kontakt zu ihrem Ex-Freund steht und zum anderen viel Zeit mit einem neuen geheimnisvollen und besonders attraktiven Jungen verbringt, macht diese vertrackte Angelegenheit natürlich nicht leichter...

Eindruck:
Ich weiß gar nicht mehr so genau weshalb, aber aus irgendeinem Grund habe ich angenommen, dass es sich bei dem Buch um eines dieser typischen "Young Adult"-Fantasy-Romane handelt. Aber zum Glück habe ich mich da grundlegend geirrt.
Ein großer Teil der Handlung widmet sich nämlich dem Mord an der jungen Touristin Victoria und dessen Aufklärung. Kim Harrington ist es gelungen, dies unglaublich spannend zu erzählen: Sie gibt ihren Lesern zwar immer wieder neue Hinweise, legt aber die unterschiedlichsten (und oftmals falschen) Fährten, so dass ich bis zum Schluss nicht sicher war, wer denn nun der Mörder ist und vor allem welches Motiv er/sie hatte. Schließlich gipfeln die Ereignisse sogar in einem kleinen Showdown. Die Auflösung des Falles ist dabei durchweg schlüssig und fügt alle Puzzleteile zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen.
Neben dem Kriminalfall, der mich so gefesselt hat, spielt natürlich auch die Andersartigkeit Clarities und ihrer Familie eine große Rolle. Da das Buch aus ihrer Sicht geschrieben ist und man so viel über ihre Gefühle erfährt, konnte ich mich von Anfang an gut in sie hineinversetzen. Sie hatte es nie besonders leicht im Leben. Menschen, die anders sind, werden ja oftmals nur zu gerne ausgegrenzt. Doch sie hat gelernt damit umzugehen und ist dadurch stark geworden. Doch trotzdem ist sie oft auch einsam. Und - wie es sich für ein "echtes" YA-Buch gehört, wird ihre Gefühlswelt gleich von zwei Jungen mächtig durcheinandergewirbelt. Da ist nämlich zum einen ihr Ex-Freund, der sie vor nicht allzu langer Zeit betrogen hat, aber immer noch hofft, dass sie eines Tages wieder zusammen kommen. Zum anderen ist da auch dieser neue Junge: Attraktiv, düster, Sohn des neuen Polizisten, der ihr vom ersten Augenblick an den Kopf verdreht. Ihr Gefühlschaos wird von der Autorin wunderbar vermittelt. Dieser Liebeswirrwarr passt sich zudem perfekt ins Gesamtbild der Geschichte ein und gibt dem Buch eine ganz besondere Note.

Das Setting - eine gesamte Familie voller "Freaks" - fand ich generell sehr interessant und es ist eine tolle Abwechslung zu diesem ganzen YA-Dunkler-Mysteriöser-Typ-Dem-"Heldin"-Ohne-Eigene-Persönlichkeit-Verfällt-Einheitsbrei.

Fazit:
"Clarity" ist ein wundervoller und vor allem mitreißender Mystery-Jugend-Thriller mit einer "zarten" Liebesgeschichte.
Klare Kaufempfehlung von mir. Und ich freue mich schon auf den im März 2012 erscheinenden zweiten Teil "Perception".

Verlag: Scholastic (Englisch)
Taschenbuch: 256 Seiten
ISBN-13: 978-0545230506

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