Freitag, 21. Oktober 2011

[Rezension] Marc-Uwe Kling - Das Känguru-Manifest

"Das Känguru-Manifest" ist nach "Die Känguru-Chroniken" der zweite Teil der "Känguru-Trilogie".

Inhalt:
Das kommunistische Känguru und der Kleinkünstler sind zurück! Auch in diesem Buch wird in kurzen Episoden ein Einblick in das ungewöhnliche Leben dieses verrückten Pärchens gegeben. Doch die Situation verschärft sich! Es gibt Verschwörungen, Skandale, Intrigen! Schräge Geschichten und irgendwas mit Religion ist auch dabei!

Eindruck:
Was war ich vom ersten Teil begeistert! Richtig euphorisch war ich, habe an vielen Stellen lauthals aufgelacht, war fasziniert von den vielen, originellen Ideen. Auch das Manifest hatte einen starken Beginn. Die ersten Kapitel waren wieder gewohnt witzig und einfallsreich. Doch nach und nach driftet das Buch in eine seltsame und ehre düstere Zukunftsfantasie ab, die mich an die vielen Dystopien denken ließ, die derzeit veröffentlicht werden. Nicht dass die Idee an sich schlecht ist: Es kommt ein mysteriöses Ministerium für Produktivität ins Spiel, eine Anti-Terror-Organisation wird gegründet, Anschläge organisiert. Für mich aber kam diese Entwicklung vollkommen unerwartet und war nicht das, was ich mir von dem Buch erhofft hatte. Ich wollte mich - wie zuvor bei den Chroniken - ein paar Stündchen unterhalten lassen, fand mich aber plötzlich mit großen politischen Fragen konfrontiert, die nicht so recht zur ursprünglichen Geschichte passten. Und das Ende: Vollkommen offen und wiederum düster. Gar nicht mehr komisch, meiner Meinung nach. Diese Mischung von Comedy und Dystopie (die ich an sich sehr gerne lese) war für mich eher befremdlich, so dass mich die zweite Hälfte beim Lesen immer mehr enttäuscht hat.
Wie aber bewertet man nun ein Buch, das wieder einmal gut geschrieben ist und in der ersten Hälfte genauso wie erhofft. Ein Buch, das einen aber in der zweiten Hälfte eher verstört und zum Schluss schließlich richtig unzufrieden zurückgelassen hat. Schwierig. Letztendlich ist es bei mir dennoch auf 3,5 bis 4 Punkte hinausgelaufen. Denn an sich ist das Buch klasse, nur für mich hat es am Ende einfach nicht mehr gepasst.
Ich befürchte nur, dass der dritte Teil wohl höchstwahrscheinlich noch mehr in Richtung Dystopie tendieren wird als dieser und sich somit nur noch stärken von der Anfängen der Känguru-Chroniken unterscheiden wird.


Verlag: Ullstein
Taschenbuch: 304 Seiten
ISBN-13: 978-3548373836


Reiheninfo:
  1. Die Känguru-Chroniken
  2. Das Känguru-Manifest
  3. Die Känguru-Offenbarung (noch nicht erschienen)



Gelesen im Rahmen der Challenge: Deutschsprachige Autoren

1 Kommentar :

  1. Tolle Rezi und wirklich schöner Blog :) Bin gleich mal Leser geworden .. Vllt guckst du auch mal bei mir vorbei, bin neu und regelmäßige Leser sind immer willkommen ^^ www.un-bon-livre.blogspot.com

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