Mittwoch, 14. Dezember 2011

[Rezension] Charlotte Link - Die Sünde der Engel

Inhalt:
Für Janet Beerbaum sind ihre beiden Söhne Maximilian und Mario ihr ein und alles. Für die beiden Zwillinge hat sie sogar auf ihre große Liebe verzichtet. Doch nur einer der beiden lebt mit ihnen zusammen in ihrem Haus. Der andere ist - gut versteckt vor allen Bekannten - in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Doch eines Tages passiert etwas Unvorhergesehenes, das nicht nur das sorgsam gehütete Familiengeheimnis ans Licht bringt, sondern auch zu einer Katastrophe für alle Beteiligten werden kann...

Eindruck:
 Die Bücher von Charlotte Link lese ich in der Regel sehr gerne. Sie hat einen tollen, fesselnden Schreibstil, der einen die Nächte durchlesen lässt. Auch in diesem Buch hat sie mich mal wieder von ihren Schreibkünsten überzeugt und mich im Nu die etwas über 300 Seiten durchlesen lassen.
Doch es gibt leider auch einige Punkte, die mich an der "Sünde der Engel" sehr enttäuscht haben. Mein Hauptkritikpunkt ist der, dass man sehr schnell erahnen kann, auf was die Geschichte hinauslaufen, was wohl der "überraschende" Clou am Ende des Buches sein wird. Das hat mir doch einiges an Lesefreude genommen. Erschwerend kam hinzu, dass sich die einzelnen Figuren teilweise einfach unglaubwürdig - und nicht ihrem Charakter entsprechend - verhalten. Zudem waren viele Ereignisse auch sehr konstruiert und die Entscheidungen der Figuren einfach nicht nachvollziehbar. So etwas bin ich von der Autorin sonst einfach nicht gewohnt.
Zu allem Übel waren mir die meisten Personen zudem auch noch sehr unsympathisch. Zum Beispiel Janet Beerbaum: Angeblich liebt sie ihre Söhne über alles. Aber wie konnte sie ihnen dann so etwas in frühester Kindheit antun? Ihr charakterschwacher Mann hat bei mir auch keinen Blumentopf gewonnen. Und auch die Söhne blieben mir bis zum Ende fremd... keine gute Basis für ein Buch.
Das einzige, das mich bis zum Schluss bei Laune gehalten hat, ist ihre Fähigkeit, sogar so eine an den Haaren herbeigezogene Geschichte spannend zu erzählen. Trotz all der Kritik habe ich das Buch innerhalb eines Wochenendes durchgelesen und war danach gar nicht einmal unzufrieden. Denn Charlotte Link kann einfach unterhaltsam schreiben.

Fazit:
"Die Sünde der Engel" ist das schlechteste Buch, das ich bisher von Charlotte Link gelesen habe. Teils sehr konstruiert und unlogisch, aber dennoch gut zu lesen. Allen, die noch nichts von der Autorin kennen, empfehle ich die beiden Bücher "Das andere Kind" und "Am Ende des Schweigens". 



Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag
Taschenbuch: 336 Seiten
ISBN-13: 978-3442372911



Gelesen im Rahmen der Challenge: Deutschsprachige Autoren

Kommentare :

  1. Ich habe gerade Der Beobachter zu ende gelesen und das war für mich das bisher schlechteste Buch von Charlotte Link. 650 Seiten die besser auf ungefähr 400 aufgehoben gewesen wären zu viele Wiederholungen etc.
    Allerdings kenne ich Die Sünde der Engel noch nicht

    LG Natalie

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  2. Ach echt? :( Hab den Beobachter ganz weit oben auf meiner Wunschliste... Schade, dass dir das Buch nicht gefallen hat. Aber ich mag es auch nicht, wenn eine Geschichte unnötig aufgebläht wird.

    ög, Steffi

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  3. "Der Beobachter" fand ich auch super. Und ich stimme dir bei diesem Buch ganz deutlich zu, ich glaube ich habe sogar noch weniger Sterne gegeben. 2 vielleicht?

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