Samstag, 7. Januar 2012

[Abgebrochen] Lucy Christopher - Ich wünschte, ich könnte dich hassen

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Das Jahr 2012 fängt ja lesetechnisch nicht so gut an. Der Januar ist erst ein paar Tage alt und schon habe ich ein Buch abgebrochen...

Kurz zum Inhalt: 
Die 16-jährige Gemma wird auf einem Flughafen entführt und ins australische Outback verschleppt. In dieser Wildnis kommen sich Gemma und ihr Entführer langsam näher und das Unglaubliche geschieht: Trotz all der Angst und der ständigen Gefahr verliebt sich Gemma!

Eindruck:
Mit diesem Buch bin ich nicht mal ansatzweise warm geworden. Was nicht daran liegt, dass ich es schlecht geschrieben, langweilig oder sonst etwas fand. Nein, es war die ungewöhnliche Perspektive, die ich so in noch keinem anderen Buch gelesen habe:
"Du hast mich gesehen, bevor ich dich gesehen habe. An diesem Tag damals im August, auf dem Flughafen, hat dieser Blick in deinen Augen gelegen – als wolltest du etwas von mir, als würdest du dich schon lange danach sehnen. Niemand hatte mich bis dahin derart intensiv angeschaut. Das hat mich unruhig gemacht und wohl auch überrascht. Diese blauen, blauen Augen, dieses eisige Blau in deinem Blick, der mich traf, als könnte ich ihn wärmen. Sie sind ziemlich heftig, deine Augen, und zugleich, na ja, sind sie auch ziemlich schön."
Ich wusste zwar vorher, dass diese direkt gerichteten Worte an den Entführer der ganz besondere Clou des Buches sind. Ich hätte aber nicht gedacht, dass es nur so wenige Seiten braucht, bis dass ich davon total ... genervt bin. Nach 50 Seiten habe ich dann abgebrochen. Ich wusste einfach, dass aus mir und dem Buch nichts mehr wird. Neugierig auf das Ende war ich aber doch und bin circa 30 Seiten vor Schluss wieder eingestiegen. Und was musste ich feststellen: Obwohl ich fast 300 Seiten verpasst habe, wusste ich sofort worum es geht und hatte keinerlei Verständnisprobleme. Ob das ein gutes Zeichen ist? Egal, das Ende hat mir dann sowas von überhaupt nicht zugesagt, dass ich froh bin, vorzeitig abgebrochen zu haben. Sonst hätte ich mich nur geärgert. Oder hätte ich es anders empfunden, wenn ich den Rest auch gelesen hätte? Sind mir so doch gewisse Zusammenhänge verborgen geblieben? Egal. Jedenfalls empfehle ich jedem, vorher eine Leseprobe von "Ich wünschte, ich könnte dich hassen" zu lesen. Allein schon, um herauszufinden, ob es einem zusagt, ständig mit dem Entführer verwechselt zu werden. ;)

Verlag: Chicken House
Taschenbuch: 368 Seiten
ISBN-13: 978-3551520081

Kommentare :

  1. Oh wie schade, ich fand das Buch ganz hinreißend. ^^ Aber wenn der Schreibstil einem partout nicht zusagt ist das Abbrechen wohl gerechtfertigt. Man soll sich ja nicht durch seine Bücher quälen. ;)

    Ich finde in dem Buch passiert auch nicht allzu viel, vielmehr geht es um die Entwicklung der Charaktere, daher wirst Du gegen Ende wohl auch nicht so verständnislos dagesessen haben. :)

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  2. Oh neeeeiiiin :O

    Das war eines meiner liebsten Jugendbücher im letzten Jahr. Wie schade, dass du mit dem Stil nicht zurecht gekommen bist.

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  3. @Steffie: Ja, schade!! Hatte so viel gutes von dem Buch gehört, bzw. glaub ich eigtl. immer noch, dass es ein gutes Buch ist. Aber dieses ständige "dann hast du dieses gesagt und dann hast du jenes getan", das war nix für mich.^^
    OK, dann ist klar, warum der Einstieg am Ende so gut geklappt hat! :)

    @Christine: Ja, menno! :( Jetzt wird's aber erst mal weggestellt. Wer weiß, vielleicht les ich ja irgendwann noch einmal rein und komm dann besser mit dem Stil klar. :)

    lg, Steffi

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  4. Ich schreibe viel in der zweiten Person, allerdings nur Kurzgeschichten. Ich selbst lese das auch gerne, aber ich hab schon oft gehört, dass das für viele Leser eine schwierige Perspektive ist.

    Kannst Du vielleicht noch genauer sagen, was daran so problematisch war?
    Das interessiert mich nämlich sehr.
    Ist es, dass Du nicht der Entführer sein möchtest? (Man fühlt sich in der Du-Form ja schon irgendwie angesprochen.)
    Oder nervt es ständig gesagt zu kriegen was man gerade tut?
    Oder vielleicht hat es einen ganz anderen Grund?

    Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.
    LG, Katarina :)

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  5. Ach ich hasse das, wenn man sich einfach nicht "zurechtfindet" in einem Buch! Abbrechen ist immer so unbefriedigend... Kann das aber verstehen; ich glaube nicht, dass mir die Perspektive zugesagt hätte...
    LG, Bianca

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  6. @Bianca: Ja, ich bin auch immer etwas unglücklich, wenn ich ein Buch abgebrochen habe. Und die Perspektive ist wirklich sehr ungewohnt.

    @Buecherphilosophin: Tut mir leid, dass ich dir jetzt erst antworte! Seh grad, dass dein Kommi schon 5 Tage alt ist. :/
    Also ... zuerst war es einfach nur sehr ungewohnt, dieses "dann hast du dieses, dann hast du jenes gemacht". Später haben mich dann die ständigen Wiederholungen von "Du dies, du das" etwas sehr gestört. Puh, so genau kann ich es gar nicht sagen. Ich hab mich auf jeden fall sehr unwohl gefühlt. Vielleicht hab ich mich ja wirklich etwas angesprochen gefühlt? Ich mein, woher sollte sonst das Unwohlsein herrühren? Und wer möchte sich schon mit einem Entführer identifizieren... Ich denke, es ist eine Mischung aus allem. Das Unwohlsein, das Ungewohnte, die Wiederholungen. Das war dann irgendwann alles zu viel des Guten und ich hab abgebrochen.
    Es war auch die erste Geschichte, die ich überhaupt aus dieser Perspektive gelesen habe. Ich fänd es auch sehr interessant zu wissen, ob mir diese Sichtweise enerell nicht zusagt oder ob es nur an diesem speziellen Buch liegt. Kennst du zufällig noch andere Romane, die mit dieser Perspektive spielen?

    lg, Steffi

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