Montag, 23. Januar 2012

[Rezension] Julie Kagawa - The Iron Queen

Bei "The Iron Queen" handelt es sich um den dritten und somit abschließenden Teil der "Iron Fey"-Trilogie. Haben mich die ersten beiden Bände dank Julie Kagawas Ideenreichtum, Humor und Fantasie, schlicht überwältigt, hatte ich mit diesem Buch doch etwas mehr zu kämpfen.

Eindruck:
"The Iron Queen" beginnt in gewohnter Weise ohne große Einleitung direkt mitten im Geschehen und so freute ich mich auch auf den ersten Seiten auf ein weiteres großartiges Abenteuer von Meghan, Puck und Ash. Doch schon bald begann die Handlung zu stagnieren. Vieles kam mir aus "The Iron King" bekannt vor, wirkte aufgewärmt und nicht so frisch wie die Ereignisse in den ersten Bänden. Dass die Charaktere sich plötzlich völlig anders entwickelten als ich es erwartet hatte, hat auch nicht dazu beigetragen meine Lesefreude zu steigern. Meghan wirkte in weiten Teilen des Buches sehr naiv (das habe ich in den vorhergehenden Bänden nicht so empfunden), um dann kurz vor Schluss zu einer starken und unabhängigen Persönlichkeit heranzureifen. Warum Puck auf einmal so negativ dargestellt wurde, ist mir ein Rätsel. Und Ash, was ist aus dem düsteren, mysteriösen Winterprinz geworden? Allerdings muss ich das, was mich am meisten gestört hat, eigentlich positiv hervorheben. Denn selten gelingt es einem Autor, mich so zu berühren. Normalerweise werde ich bei Büchern nicht so emotional. Aber Julie Kagawa hat es geschafft, dass ich mich unglaublich aufgeregt habe. Ein weiterer Beweis dafür, wie gut sie schreiben kann.
Und trotz all meinem Hadern über den zähen Mittelteil, konnte mich die Autorin auf den letzten 100 Seiten dann auch wieder einfangen. Denn das Finale war wieder gewohnt spannend, fantasievoll und vor allem überraschend! Nie im Traum hätte ich mit so einem Ende gerechnet. Für mich ist es der perfekte Abschluss dieser großartigen Trilogie, der mich zu Tränen rührte und mit dem schwachen Mittelteil versöhnte. Auch die drei Hauptpersonen Meghan, Ash und Puck machen zum Ende hin glaubhafte Entwicklungen durch. Allen voran Meghan: Sie hat in der gesamten Trilogie die größte Veränderung durchlebt. Vom jungen naiven Mädchen ist sie zu einer verantwortungsbewussten Frau herangereift, die sich nicht scheut, schwierige Entscheidungen zu treffen.
Das Spin-Off "The Iron Knight" bräuchte ich eigentlich nicht, doch bin ich einfach zu neugierig zu erfahren, was Ash uns zu erzählen hat, als dass ich es nicht lesen würde.

Fazit:
"The Iron Queen"! ist für mich das schwächste Buch dieser Trilogie. Allerdings setze ich bei der "Iron-Fey"-Reihe auch wesentlich höhere Maßstäbe als bei anderen Büchern. Und ganz allgemein: Diese Reihe setzt einfach neue Maßstäbe im YA-Fantasy-Genre. Diese originelle Geschichte, die sowohl Elemente aus Shakespeares Sommernachtstraum als auch aus Alice im Wunderland enthält, verdient noch viele, viele weitere Leser.


Verlag: Harlequin Teen
Sprache: Englisch 
Taschenbuch: 358 Seiten
ISBN-13: 978-0373210183

Reiheninfo:
  1. The Iron King (auf deutsch: "Plötzlich Fee - Sommernacht")
  2. The Iron Daughter (auf deutsch: "Plötzlich Fee - Winternacht" )
  3. The Iron Queen (auf deutsch: "Plötzlich Fee - Herbstnacht" )
  4. The Iron Knight (Spin-Off)


Reni von ...Bücherraschung... hat übrigens einen ganz wundervollen Artikel über "Herbstnacht" geschrieben: *Klick*
Witziger weise ist sie in so gut wie jedem Punkt ganz anderer Meinung als ich. :)



Gelesen im Rahmen der Challenge: I'm in ... English

Kommentare :

  1. Huhu,

    na da hast du es ja doch noch geschafft. Schöne Rezi! Ich stimme zwar nicht in allen Punkten überein, gerade was Ash und Meghan betrifft - ich fand beide Wandlungen nachvollziehbar, immerhin haben sie eine Menge durchgemacht. Zudem vergesse ich auch nie, dass Meghan eigentlich noch 16 Jahre alt ist (zumindest ist ja nicht wirklich ein Jahr vergangen). Was Puck und die leichte Stagnation angeht, ging es mir aber ähnlich. Und das Ende war schon sehr überraschend und deshalb MUSS ich jetzt auch "The Iron Night" lesen. Mein Gesamtfazit: also für mich persönlich war "Sommernacht" der schwächste Teil und "Herbstnacht" setze ich mit "Winternacht" in etwa gleich. Ich fühlte mich dann doch wieder zu gut unterhalten. Aber 4/5 Punkte sind doch SUPER!

    Liebe Grüße
    Reni

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  2. Hallo :)

    ich hab gestern Abend schon mit "The Iron Knight" angefangen und bisher gefällt mir das Spin-Off richtig gut! (Ich hoffe das bleibt diesmal bis zum Ende des Buches so! ;) )

    Ach ja ... was die Iron-Fey-Reihe angeht bin ich so furchtbar emotional. :D Über die Punkteverteilung habe ich lange nachgedacht und irgendwann gemerkt, dass ich bei dieser Reihe einfach viel mehr erwarte als bei jedem anderen Buch. Und dann hab ich "The Iron Queen" mit Büchern verglichen, die ich mit 3 Sternen bewertet habe. Ergebnis: "Iron Queen" ist um Längen besser als jedes 3-Sterne-Buch von 2011. Da "konnte" ich gar nicht weniger als vier Punkte geben.
    Und das Ende!! Das hat mich mein Gejammere und Gemeckere im Vorfeld fast vollkomen vergessen lassen. ;)

    Und du hast schon recht. Dass Meghan noch so jung ist, vergesse ich (leider) viel zu oft.

    lg, Steffi

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  3. Du machst mir gerade richtige Lust auf "Iron Knight" - bereits in meinem Besitz. Wie ich mich kenne, brauche ich für den Einstieg etwas länger, da mein Englisch etwas eingerostet ist und sich entsprechend erst warm lesen muss. Ich werde vorher wohl noch zwei andere Bücher vorschieben und DANN. Der Trailer zumindest (der ist echt gut gemacht und spoilert sogar kaum, wenn man die vorherigen Bücher nicht kennt) ist schon mal ein echter Hingucker. Hoffentlich hält deine Begeisterung an. Nach diesem Ende, will ich nämlich auch bald. UNBEDINGT!!!

    Und stimmt, also für mich kommen an diese Reihe nur ganz wenige andere Serien/Bücher ran, wie z. B. "Die Chroniken der Unterwelt". Für mich ebenso genial!

    LG Reni

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  4. Ich lass mich überraschen und habe, da ich das Buch selbst noch lesen will, nur das Fazit angesehen.

    LG
    Sabine

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  5. Hi meine Liebe..ich bin überrascht, das du diesen Band als schwächsten empfindest- ich fand ihn am stärksten :D Wie das eben so ist.
    So negativ fand ich Puck gar nicht dargestellt...er war eben zunächst sehr zynisch und enttäuscht- hatte er ja auch allen Grund dazu. Klar das er da nicht in gewohnter Manier rumblödeln konnte!

    Beim Ende gebe ich dir absolut recht- das fand ich großartig- hätte so stehen bleiben können- bin aber trotzdem froh, dass sie einen Spin Off geschrieben hat :D

    Die Rezi von Reni find ich auch toll :D

    Nun gut, wie immer eine wundervolle Rezi, meine Liebe!

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