Samstag, 4. Februar 2012

[Klassiker] Stefan Zweig - Schachnovelle


Die Schachnovelle" von Stefan Zweig ist meine erste Station in der Klassiker-Challenge. Um mir den Einstieg zu erleichtern, wollte ich mich zuerst einem relativ dünnen Buch widmen. Tja, kurz ist sie zwar, die Schachnovelle, aber zugleich voll von versteckten Botschaften.

Dies hier ist übrigens lediglich ein kurzer Kommentar im Rahmen der "Read... the classics!"-Challenge!

Inhalt: 
Schauplatz dieser Novelle ist ein Luxusdampfer, auf dem sich der berühmte Schachmeister Czentovic befindet. Der Erzähler setzt alles daran, um eine Partie gegen diesen spielen zu dürfen. Zuerst ist er erwartungsgemäß chancenlos. Doch bei einer Revanche bekommt er unerwartete Hilfe von einem Unbekannten - Dr. B.

Eindruck:
Der Fischer-Verlag scheint davon auszugehen, dass es niemanden mehr gibt, dem die Handlung der Schachnovelle nicht bekannt ist. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass in der Inhaltsbeschreibung die komplette Geschichte inklusive dem Ende verraten wird. Sehr ärgerlich, da ich - so wie es aussieht - zu der Minderheit gehörte, die sich von der Handlung überraschen lassen wollte.
Nun ja, dass das Lesen eines echten Klassikers eine ganz besondere Herausforderung werden würde, war mir bewusst. Aber Stefan Zweig ist wirklich keine leichte Kost. Zugegeben, ich habe nach Beenden des Buches nicht so ganz verstanden, was der Autor eigentlich verdeutlichen wollte. Erst beim Lesen verschiedener Interpretationen ist mir einiges klarer geworden.
Mit Czentovic hat Stefan Zweig einen sehr unsympathischen Schachspieler erschaffen: Ein ungebildeter Mensch, dem nichts außer Schach etwas bedeutet und der durch seine Erfolge sehr überheblich geworden ist. Die Geschichte Dr. B.'s hingegen ist sehr tragisch. In monatelanger Isolationshaft der Gestapo hat er sich mit nichts anderem als einem heimlich erbeuteten Schachbuch beschäftigen können. Diese manische Konzentration auf das Schachspiel endete schließlich in Schizophrenie: Ihm wurde es möglich, nur im Geiste Schachpartien gegen sich selbst auszuführen. Damit zeigt Stefan Zweig auf eindrucksvolle Weise welch grausame Folgen psychische Folter haben kann.  
Und hier endet auch schon mein kurzer - zusammenhangloser Kommentar. Die Klassiker und ich - wir werden uns wohl erst ganz langsam aneinander gewöhnen müssen...

Verlag: Fischer
Taschenbuch: 112 Seiten
ISBN-13: 978-3596215225


Gelesen im Rahmen der Challenge: Read... the classics!

Kommentare :

  1. Ich lese ganz ab und zu gerne Klassiker und es kommt andauernd vor, das der Klappentext den ganzen Inhalt verrät. Keine Ahnung, warum das da so ist. Anscheinend gehen die Verlage bei klassischer Literatur grundsätzlich davon aus, das der Inhalt eh schon bekannt ist. :(
    Schachnovelle hab ich recht gerne gelesen, aber so leicht zu verstehen ist es wirklich nicht.

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  2. Eins meiner Lieblingsbücher ;)

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