Mittwoch, 22. Februar 2012

[Rezension] Jennifer E. Smith - Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick

Inhalt:
Dass Hadley von der Hochzeit ihres Vaters nicht begeistert ist, daraus macht sie kein Geheimnis. Doch dass sie ihren Flug nach London verpasst, und das auch noch um lächerliche vier Minuten, das hat sie dann doch nicht gewollt. Während sie nun auf den Anschlussflug warten muss, trifft sie einen Jungen mit verwuscheltem Haar, in den sie sich auf den ersten Blick verliebt...

Eindruck:
Nach dem ganzen Hype und den begeisterten Kritiken zur englischsprachigen Ausgabe bin ich schon mit einer gewissen Erwartungshaltung an dieses Buch herangegangen. Im Nachhinein muss ich aber sagen, dass ich etwas enttäuscht bin:
Die Geschichte spielt in einem Zeitraum von genau 24 Stunden. Ein schönes Detail ist - da Zeit in diesem Buch eine wichtige Rolle spielt - dass am Anfang eines jeden Kapitels die genaue Uhrzeit aufgeführt wird. So weiß man immer ziemlich genau, wie viel Zeit Hadley noch bis zur Hochzeit bleibt.  
Die Liebesgeschichte zwischen Hadley und Oliver ist das erste große Thema dieses Buches. Doch hätte ich irgendwie erwartet, dass sie (auch in Anbetracht des eindeutigen Titels!) somit auch den größten Teil der Handlung füllen würde. Doch dem ist nicht so. Stattdessen wird in vielen ausführlichen Rückblenden von der Trennung ihrer Eltern berichtet und davon, wie verlassen und zurückgestoßen sie sich von ihrem Vater fühlt, der sich in London ein neues Leben - und das ohne sie - aufgebaut hat. An sich fand ich beide Themen auch sehr interessant. Doch die Liebesgeschichte war zwar süß erzählt, blieb mir aber etwas zu oberflächlich. Hadley und Oliver haben sich über eine Menge netter, teilweise witziger Belanglosigkeiten ausgetauscht und ein bisschen geflirtet. Aber die Anziehungskraft zwischen den beiden ist für mich nicht deutlich geworden. Mit anderen Worten: Mir fiel es wirklich schwer mitzufiebern, weil ich die Verliebtheit der beiden nicht spüren konnte. Und auch die Behandlung der Probleme, die Hadley mit ihrem Vater hatte, ging mir einfach nicht tief genug. Zu Hadley selbst bekam ich zudem keinerlei Zugang, was die Sache auch nicht gerade verbessert hat. Und auch die anderen Charaktere konnten mich nicht von sich überzeugen. Sie alle waren mir viel zu nett, einfach zu glatt. Und das Ende? Hm, nun ja ... doch etwas zu einfach gestrickt. Man kann sagen, dass "Die statistische Wahrscheinlichkeit..." ein durch und durch nettes Buch ist, aber wirklich berühren konnte es mich nicht.

Fazit:
"Die statistische Wahrscheinlichkeit..." ist somit eine schöne Geschichte für zwischendurch, deren Fokus allerdings nicht auf der Liebesgeschichte, sondern mehr auf den familiären Konflikten liegt und die mich nicht vollends überzeugen konnte. Aber wer sich für eine Weile nett unterhalten lassen möchte, wie etwa auf einem langen Flug, der wird mit diesem Buch sicherlich ein paar schöne Lesestunden verbringen.


Verlag: Carlsen Verlag
Taschenbuch: 224 Seiten
ISBN-13: 978-3551582737

Kommentare :

  1. Also ich gebe ehrlich zu, mich hat ja schon der Klappentext nicht wirklich überzeugt - werde es wohl auch nicht lesen. Wenn ich skeptisch bin, bin ich hinterher meist nur enttäuscht.
    Danke für den tollen Eindruck! :)

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  2. Hach ja ... ich hab mir ja vom Klappentext viel mehr versprochen^^ So kann man sich täuschen. ;)

    Ich denke, bei dem Buch hängt es echt sehr davon ab, was man erwartet. Wäre ich mit etwas anderem Vorwissen daran gegangen, hätte es mir vielleicht mehr Freude bereitet. Nun ja, kann man nix mehr dran ändern. ;)

    lg, Steffi

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  3. Mh, schade, ich hatte mich eigentlich gerade wegen einer schönen Liebesgeschichte so auf dieses Buch gefreut. Na mal schauen...

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