Dienstag, 28. Februar 2012

[Rezension] Walter Moers - Das Labyrinth der träumenden Bücher

Inhalt:
Während sich Hildegunst von Mythenmetz in der Lindwurmfeste in seinem Erfolg suhlt, erreicht ihn ein geheimnisvolles Schreiben. Dieses veranlasst ihn, nach Buchhaim, der Stadt der träumenden Bücher, zu reisen, wo er einigen alten Bekannten, aber auch neuen Phänomenen begegnet, allen voran den Puppetisten und dem Puppaecircus Maximus.

Eindruck:
Beginne ich zuerst einmal mit den positiven Punkten: 
Die von Walter Moers selbst gezeichneten Illustrationen sind wie gewohnt aufwendig, detailverliebt und einfach schön zu betrachten. Die gesamte Aufmachung des Buches ist mal wieder ein wahrer Blickfang. Auch mit seinem Ideenreichtum konnte er mich wieder voll und ganz überzeugen. Seien es die lebenden Zeitungen oder die Librinauten, auf solch verrückte Ideen kommt so schnell kein Zweiter. Von diesen kuriosen Geschöpfen zu lesen war also wieder ein großer Spaß.
Nun aber zu den negativen Punkten, die mir den Lesegenuss gründlich verdorben haben:
Mit Walter Moers verbinde ich nicht nur schöne Illustrationen und ungewöhnliche Ideen. Nein, erst zusammen mit seinen fantastischen und spannenden Abenteuern ergeben sie eine einmalige Mischung, die Walter Moers zu einem meiner Lieblingsautoren gemacht haben.
Aber in diesem Buch gibt es eindeutig zu viele mythenmetzsche Ausschweifungen! Seien es unzählige Seiten von Stadtbeschreibungen, eine komplette Nacherzählung der "Stadt der träumenden Bücher" oder die 30 Seiten Notizen über den Puppetismus, die übrigens eine Anmerkung des Übersetzers enthalten, dass der "eilige" Leser diese ruhig überspringen könne. Ein ums andere Mal schien es, als hätte sich Mythenmetz gehörig verzettelt - mythenmetzsche Ausschweifungen eben, die leider Überhand genommen haben. Neben den 30 Seiten Notizen zum Puppetismus gibt zum Beispiel noch eine ganze Reihe weiterer Kapitel über die Kunst des Puppetismus. Eine Handlung war dadurch für mich kaum erkennbar. Einen Spannungsbogen bzw. wenigstens hier und da ein bisschen Spannung habe ich auch schmerzlich vermisst. Ich habe mehr als einmal das Gefühl gehabt, es eher mit einem Reiseführer von Buchhaim, denn mit einem Roman zu tun zu haben. Hin und wieder habe ich noch geglaubt, dass es nun "mit der Geschichte" losgeht. Denn der Titel "Das Labyrinth der träumenden Bücher" musste doch einen Sinn haben. Aber stattdessen wurde ich ein ums andere Mal enttäuscht. Einziger Lichtblick waren die Kapitel mit dem Eydeeten Hachmed Ben Kibitzer und der Schreckse Inazea Anazazi, die mich mit ihrer skurrilen Art bestens unterhalten haben. Und erst auf der allerletzten Seite beginnt sich so etwas wie Spannung zu entwickeln. Denn Mythenmetz steigt tatsächlich hinab ins Labyrinth unter der Stadt Buchhaim. Aber dann ist das Buch auch schon zu Ende. Gerade als die Geschichte beginnt! Da war ich nun wirklich enttäuscht.
Im Nachwort vermag man viel zwischen den Zeilen zu lesen, zu dem ich nur so viel sagen möchte: Ich wäre liebend gerne bereit gewesen, ein weiteres Jahr auf ein neues Zamonien-Buch zu warten, wenn mir dadurch nur das in meinen Augen schlechteste Buch dieser Reihe erspart geblieben wäre.                                

Fazit:
Lest "Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär"! Lest "Rumo"! Lest "Der Schrecksenmeister"!! Ich liebe diese Bücher, die vor Fantasie und einem spannenden Plot glänzen. Lest von mir aus auch "Die Stadt der träumenden Bücher", das auch ein wundervolles Buch ist. Aber "Das Labyrinth der träumenden Bücher"  kann ich nur denjenigen empfehlen, die gerne einmal einen Stadtführer von Buchhaim, eine Einführung in den Puppetismus und eine Nacherzählung der "Stadt der träumenden Bücher" lesen möchten.

Verlag: Albrecht Knaus Verlag
Taschenbuch: 432 Seiten
ISBN-13: 978-3813503937



Gelesen im Rahmen der Buchliebhaber-Challenge

Kommentare :

  1. Schade, das Buch hätte ich eigentlich gerne gelesen.
    LG, Katarina :)

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  2. Ja schade. :( Bin auch ganz traurig.
    Aber lass dich von mir ncht abhalten!
    Es gibt ja auch einige positive Rezensionen. Ich denke, dass den Leuten meine Kritikpunkte einfach nix ausgemacht haben. Ach, würd ich das doch auch so sehen^^

    lg

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  3. Lass ich auch nicht - ich hab mir jetzt aber erstmal die gekürzte Hörbuchversion zugelegt. Halb so teuer, halb so lang - vielleicht wuppt es ja ;)

    LG, Katarina :)

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  4. Halb so lang ist gut! Wenn man das Hörbuch auf die interessanten Stellen komprimiert hat, dann könnte es vielleicht funktionieren! ;) Bin gespannt, wie es dir gefällt. :)

    lg, Steffi

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