Samstag, 24. März 2012

[Rezension] Annie Sanders - Jetzt kann ich's dir ja sagen

Inhalt:
Als Lucy prophezeit wird, sie hätte nur noch wenige Tage zu leben, glaubt sie zunächst kein Wort. Als ihr die Stimmen in ihrem Kopf aber immer lauter zuflüstern: "Und was, wenn es stimmt?", beginnt sie mit ihrem Leben reinen Tisch zu machen. Endlich kann sie all die verrückten Dinge tun, die sie sich vorher nie getraut hat, ohne die Konsequenzen zu fürchten! Und da ist auch noch Richard, dem sie nach all den Jahren endlich die Wahrheit sagen möchte...

Eindruck:
Zugegeben: Mir ist es gar nicht leicht gefallen, in diesen Roman hineinzufinden. Zu Beginn werden auf wenigen Seiten eine ganze Reihe an Personen vorgestellt, die alle eine wichtige Rolle zu spielen scheinen. Da habe ich doch recht schnell den Überblick verloren und gar nicht mehr versucht, mir alle Namen zu merken. Zudem empfand ich den Satzbau besonders am Anfang als sehr holprig, so dass der Lesefluss immer wieder gestört wurde. Doch nach einer Weile wurden mir zum einen die Menschen aus Lucys Umfeld vertrauter und zum anderen kam ich immer besser mit dem Schreibstil zurecht. Ob es nun daran lag, dass ich mich an den Stil des Autorenduos gewöhnt habe oder ob sich dieser im Laufe der Geschichte geändert hat, kann ich nicht sagen, aber nachdem die erste "Hürde" genommen war, habe ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen:

Lucy ist eine dieser Personen, die man einfach liebhaben muss und gleichzeitig sterbenslangweilig ist. Sie ist immer und zu allen freundlich, rücksichtsvoll und zuvorkommend, nimmt nie ein böses Wort in den Mund und stellt ihre eigenen Wünsche zum Wohl der anderen zurück. Doch als sie von ihrem baldigen Tod erfährt, kommt endlich Bewegung in sie: Plötzlich spricht sie ihre Meinung laut aus, egal, ob es anderen passt oder nicht. Sie macht all die verrückten Dinge, die sie sich immer gewünscht, aber nie getraut hat ... und es hat mir enormen Spaß gemacht ihr zuzusehen und sie anzufeuern. Lucy bleibt zudem stets authentisch und wirkt nie übertrieben, wie man es aus manch anderen Frauenromanen gewohnt ist. Es gibt also zum Glück keine extremen und dadurch unglaubwürdigen Veränderungen an ihr. Stattdessen bleibt alles glaubhaft und nachvollziehbar und liest sich dadurch besonders schön. Lucys Wandlung wird von den Autorinnen darüber hinaus mit viel Pepp und einer guten Portion Humor erzählt, wobei mich die ein oder andere ihrer Aktionen gehörig zum Schmunzeln gebracht hat.

Neben einer amüsanten Handlung vermittelt das Buch allerdings auch eine ernstere und besonders wichtige Botschaft: Lebe jeden Tag so als wäre es dein letzter! Verschwende nicht dein Leben und erfülle dir deine Träume, bevor es zu spät dazu ist!  

Schade ist nur, dass der Klappentext so viel von der Geschichte verrät und zudem ein völlig falsches Bild vermittelt. Denn der schicksalhafte Tag, an dem Lucy sterben soll, tritt erst gegen Ende des Buches ein. Ein Großteil der Handlung schildert stattdessen ihr bisheriges Leben und besonders die Tage nach der Prophezeiung, in denen sie ihr Leben komplett auf den Kopf stellt.

Fazit:
"Jetzt kann ich's dir ja sagen" ist ein fröhlicher Frauenroman für entspannte Frühlingstage. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der sich von einer peppigen Geschichte ein Lächeln auf die Lippen zaubern lassen möchte. Mir zumindest hat es ein paar schöne Lesestunden beschert, die mich den stressigen Alltag vergessen ließen.


Verlag: rororo
Taschenbuch: 336 Seiten
ISBN-13: 978-3499257346

Kommentare :

  1. Ok, als ich gerade die Inhaltsangabe las, dachte ich: das ist irgendwie nichts Neues und kommt mir bekannt vor. Was du beschreibst klingt aber auf jeden Fall nach einer netten Lektüre für Zwischendurch, trotz leichter Stolpersteine zu beginn. Ich packe es mal auf meine WuLi und bin gespannt. :)

    Liebe Grüße
    Reni

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  2. @Reni: Ja, wenn man weiß "auf was man sich einlässt", eben auf ein "nette Lektüre für zwischendurch", ist es eine echt schöne Geschichte. :) Genau das passende, wenn die Woche zu stressig war und man mal richtig schön abschalten möchte. ;)

    lg, Steffi

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