Samstag, 31. März 2012

[Rezension] Cornelia Funke - Tintenblut

Inhalt: 
Im zweiten Teil der Tintenwelt-Trilogie begeben sich die Hauptpersonen aus den unterschiedlichsten Gründen nach und nach allesamt in die Tintenwelt. Diese hat sich ganz anders entwickelt, als von Fenoglio ersonnen: Das Böse regiert in Form von dem grausamen Natternkopf, während sich der Speckfürst nach dem Tod seines Sohnes ganz zurückgezogen hat. In dieser fantastischen Welt müssen Meggie und Co. nun um ihr Überleben kämpfen, während Staubfinger alles daran setzt, seiner eigentlichen Bestimmung zu entkommen.

Eindruck:
Den ersten Teil "Tintenherz" habe ich vor allem aufgrund der poetischen Sprache in bester Erinnerung behalten. Cornelia Funkes lebhafte Erzählweise, ihre vielen Metaphern, die wunderbar verschlungenen Sätze, das alles hat "Tintenherz" zu einem ganz besonderen Leseerlebnis werden lassen. Ihr Sprachstil konnte mich auch in Tintenblut wieder überzeugen. Aber schöne Sätze sind ja noch lange nicht alles, was ein gutes Buch ausmacht. Und so gab es leider einiges, das mir in diesem Buch nicht gefallen hat:

Die Geschichte zieht sich in weiten Teilen leider so zäh wie Kaugummi. Es wird viel darüber philosophiert, warum Meggie nun so viel Angst hat, in die Tintenwelt zu reisen. Ist sie endlich dort angekommen, wird umso mehr lamentiert, warum das eine schlechte Idee war usw. Generell passiert sehr, sehr wenig und selbst die schönsten Beschreibungen werden halt auf die Dauer langweilig, wenn es sonst nichts gibt, das einen am Lesen hält. Dieses mehr als 700 Seiten starke Buch hätte mir wahrscheinlich um einiges besser gefallen, wenn es an diversen Stellen stark gekürzt worden wäre. Aber selbst dann hätte es mich vermutlich nicht vollständig von sich überzeugen können. Denn abgesehen von der zähen Entwicklung der Handlung, wirkte auf mich vieles völlig zusammenhanglos und wirr, als ob die Autorin in weiten Teilen gar nicht gewusst hätte, auf was die Geschichte eigentlich zusteuern soll. Der berühmte rote Faden ist von mir jedenfalls oft vergeblich gesucht worden.

Zudem wirkten die einzelnen Personen oft sehr naiv. Natürlich, "Tintenblut" ist ein Kinderbuch, aber das heißt ja nicht, dass deshalb niemand vernünftig agieren darf. Viele Entscheidungen waren einfach nicht nachvollziehbar. Und auch die kleine Liebesgeschichte zwischen Meggie und Farid wirkte oftmals sehr bemüht und vermochte mich mit meiner eigentlich romantischen Ader nicht zu berühren.

Erst am Ende kommt die Geschichte wieder etwas in Schwung und gewinnt an Dramatik. Das konnte mich den langen, sich ins unendliche ziehenden Mittelteil aber auch nicht mehr vergessen lassen und lässt mich nun mehr als enttäuscht und mit wenig Lust, den abschließenden dritten Teil in die Hand zu nehmen, zurück. 

Fazit:
Eine poetische Sprache ist das einzige, das ich an "Tintenblut" positiv hervorheben kann. Dieser zweite Teil bleibt leider weit hinter seinem Vorgänger "Tintenherz" zurück.



Verlag: Dressler
Taschenbuch: 707 Seiten
ISBN-13: 978-3791504674

Reiheninfo:
  1. Tintenherz
  2. Tintenblut
  3. Tintentod



Gelesen im Rahmen der Buchliebhaber-Challenge

Kommentare :

  1. Mir hat der zweite Teil immer am Besten gefallen =) Ist aber auch schon ewig her, dass ich die Bücher gelesen habe ;)

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  2. Hallo Steffi, vielen Dank für deine Rezensionslinks! Und natürlich herzlichen Glückwunsch zum Bestehen der Challenge, "Tintenblut" schien ja wirklich ein Akt gewesen zu sein :-) Ich werde mich die Tage mal auf Suche begeben, wer denn nun alles welche Bücher gelesen hat und wie erfolgreich die einzelnen Leute bei der Challenge waren - und ein Fazit und die Gewinnauslosung gibt es dann natürlich auch noch!
    Es freut mich, dass du an der Challenge so viel Spaß hattest und sie dich so motiviert hat! Ich hab heute auch last minute noch eine Rezi veröffentlicht :-)

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  3. @Wonder_: Find's auch sehr schade, dass das Buch nicht meins war. :( Aber bei amazon gibt's ja genauso viele gute wie schlechte Rezis. An dem Buch scheiden sich wohl die Geister. ;)

    @Bücherdiebin: Danke! :) Und ich freu mich schon auf dein Fazit zur Challenge.

    Liebe Grüße,
    Steffi

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