Sonntag, 11. März 2012

[Rezension] Nina Blazon - Ascheherz

Inhalt:
Summers Gedächtnis ist seit einem Unfall wie ausgelöscht. Doch in ihren Träumen wird sie von einem unheimlichen Blutmann verfolgt. Als diese Albtraumgestalt plötzlich real wird und nach ihrem Leben trachtet, muss sie ihr für kurze Zeit liebgewonnenes Leben schon wieder aufgeben und fliehen. Bei ihrer Flucht begegnet sie dem engelhaft schönen Anzej, der sich gemeinsam mit ihr auf den Weg ins Nordland macht, wo sie endlich erkennt, welchen Verrat sie vor Jahrhunderten begangen hat...  

Eindruck:
"Ascheherz" ist das erste Buch, das ich von Nina Blazon gelesen habe. Angesichts der vielen positiven Bewertungen waren meine Erwartungen relativ hoch:
Das erste, das bei diesem Buch auffällt, ist die wunderschöne, bildgewaltige Sprache der Autorin. Ihr poetischer Erzählstil hat mich vollends begeistert und mir über die eine oder andere Länge bestens hinweggeholfen.
Als Leser tappt man genau wie Summer erst einmal im Dunkeln. Sie wird von einer Reihe merkwürdiger Träume geplagt, die mich wahrscheinlich noch mehr als Summer verwirrt haben. Die erste Hälfte des Buches wusste ich eigentlich gar nicht, wo ich dran war und habe schließlich fast vollkommen den Faden verloren. Doch nach und nach ergibt sich aus dem Albtraum- und Erinnerungswirrwar ein komplexes Bild, das bis zum Ende all meine offenen Fragen beantworten konnte. Ich hätte im Mittelteil nicht erwartet, dass sich aus diesem Durcheinander noch eine sinnvolle Geschichte ergeben könnte. Doch da lag ich gehörig falsch und meine Geduld wurde am Ende mit einer schlüssigen, spannenden und glaubhaften Auflösung belohnt.
Summer selbst ist eine schwierige Person. Dadurch, dass sie ihr Gedächtnis verloren hat und sie selbst nicht weiß, wer sie ist, ist es alles andere als leicht ihren Charakter voll und ganz zu erfassen. Doch nach und nach offenbaren sich sowohl positive aus als negative Charakterzüge an ihr, was sie sehr real erscheinen lässt. Das ist auch das Besondere an diesem Buch: Bei keiner Person weiß man so recht, wo man eigentlich dran ist. Wer gut ist und wer böse und welches Ziel die einzelnen Personen verfolgen, das bleibt lange im Dunkeln verborgen und macht das Lesen besonders spannend. Generell gibt es in dieser Geschichte keine strikte schwarz-weiß Zeichnung. Denn für so etwas Simples sind die einzelnen Charaktere viel zu gut ausgearbeitet. Denn jeder verfolgt seine eigenen Ziele, jeder besitzt gute wie auch schlechte Eigenschaften - eben wie im wahren Leben.
Neben einer gut ausgearbeiteten, vielschichtigen Handlung spielt auch die Liebe eine große Rolle. Dank der gefühlvollen, poetischen Sprache der Autorin kommen die Empfindungen Summers besonders gut zur Geltung. Es hat einfach große Freude bereitet, von ihren Gefühlen und ihrer Liebe zu lesen. Je mehr die Geschichte voranschreitet, desto romantischer wird sie, bis sie schließlich auf den letzten Seiten ihren Höhepunkt erreicht.
Das Ende selbst ist sehr überzeugend, glaubhaft, romantisch, spannend, gefühlvoll, voller Emotionen ... einfach perfekt!      

Fazit:
Wer auf den ersten, sich etwas dahinziehenden Seiten nicht aufgibt, wird schließlich mit einer faszinierenden Geschichte belohnt. Wer gerne sowohl spannende als auch romantische Geschichten liebt, die zudem in einer bildgewaltigen poetischen Sprache geschrieben sind, der wird mit "Ascheherz" bestimmt seine Freude haben. Ich jedenfalls bin begeistert und werde mit Sicherheit noch das ein oder andere Buch der Autorin lesen.


Verlag: cbt
Taschenbuch: 544 Seiten
ISBN-13: 978-3570160657

Eine Auswahl weiterer Bücher der Autorin:
  1. Faunblut (cbt / ISBN 978-3-570-16009-1)
  2. Totenbraut (Ravensburger / ISBN 978-3473353040)
  3. Die Königsmalerin (Ravensburger / ISBN 978-3473352784)
  4. Schattenauge (Ravensburger / ISBN 978-3473353149)
  5. Zweilicht (cbt / ISBN 978-3570161173)


Gelesen im Rahmen der Challenge: Deutschsprachige Autoren

Kommentare :

  1. Sehr schöne Rezension, genau dieselbe Meinung habe ich auch ;) Ist anfangs etwas zäh, aber dann wird es richtig gut. Du solltest dich unbedingt auch an die anderen Bücher der Autorin heranwagen!

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  2. Ich glaube "Ascheherz" ist wohl der beste Roman von Nina Blazon. Deine Rezension ist wirklich gut gelungen und ich war in etwa der selben Meinung wie du :).

    Gruß,
    Nadine

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