Mittwoch, 18. April 2012

[Rezension] Leanne Hall - Die Nacht von Shyness

Inhalt:
In Shyness, einem Ort, an dem die Sonne niemals aufgeht, treffen Wolfboy und Wildgirl aufeinander. Wolfboy wird zum Fremdenführer für eine Nacht und zeigt Wildgirl die wundersame Welt von Shyness. Zuckerabhängige Kidds, Träumer und Koboldäffchen bleiben nicht die einzigen merkwürdigen Gestalten, die sie in dieser sonderbaren Nacht treffen...

Eindruck:
Neugierig wurde ich auf dieses Buch, weil ich gelesen habe, dass es "anders" sein soll. Und besonders. Nun, dem kann ich zustimmen. Allerdings hält sich meine Begeisterung dennoch in Grenzen. Denn kein Aspekt des Buches konnte mich vollkommen überzeugen.

Zuerst einmal zur Handlung. Diese fand ich ungewöhnlich zäh. Ich habe mich darauf eingestellt, dass Wolfboy und Wildgirl durch die Nacht ziehen und dabei allerhand wundersame Dinge erleben. Doch muss ich sagen, dass mich weite Teile des Buches einfach nicht packen konnten. Es werden zwar einige sonderbare Kreaturen vorgestellt. Doch passiert alles sehr abgehackt, so dass mein Interesse, weiterzulesen, immer mehr verebbte.  Es gibt keinen klaren Handlungsverlauf und oftmals habe ich mich gefragt, wo das überhaupt alles hinführen soll.

Auch Wildgirl und Wolfboy haben mir als Hauptpersonen nicht so recht zugesagt. Die Kapitel sind zwar abwechselnd aus Wildgirls und Wolfboys Sicht geschrieben, so dass man eigentlich beide besser kennenlernen sollte. Und obwohl beide keine eindimensionalen, langweiligen Charaktere sind, sondern gegen ihre inneren Dämonen ankämpfen, blieben die zwei teilweise so farblos wie die Nacht von Shyness.

Dass fantastische Elemente in diesem Buch lediglich angedeutet werden, empfand ich als erfrischende Abwechslung zum gewöhnlichen Ablauf eines Jugendbuches. Mit diesen Elementen wird hier nur versteckt gespielt. Man muss sich als Leser vieles selbst zusammenreimen, wird lediglich mit kleinen Häppchen versorgt. Dass man also selbst nachdenken und seine eigenen Schlüsse ziehen muss, hat mir bis zu einem gewissen Grad schon gefallen. Als weiterer Pluspunkt sind die vielen kuriosen und einmaligen Ideen zu nennen, die mich als eine der wenigen Dinge vollauf begeistern konnten.

Dass am Ende allerdings so gut wie gar nichts aufgeklärt wird, hat mich wiederum zutiefst enttäuscht. Im Buch werden so viele Fragen aufgeworfen, aber kaum eine beantwortet. Dass wohl im englischen schon eine Fortsetzung erschienen ist, macht es auch nicht besser, da ich eher das Gefühl habe, dass die Autorin absichtlich nichts erklärt und den Leser im Ungewissen lässt. Die Grundstimmung des Buches ist zudem sehr düster und teilweise sogar surreal. Empfand ich dies zu Anfang noch als sehr interessant, muss ich gestehen, dass ich zum Ende einfach bloß noch Antworten auf meine Fragen gesucht habe, die ich allerdings nicht bekommen habe.

Fazit:
"Die Nacht von Shyness" lässt mich sehr verwirrt und vor allem unschlüssig zurück. Ich weiß wirklich nicht, was ich von dem Buch halten soll. Ist es ein Kunstprodukt? Sollte ich es als dieses betrachten und meine Kritikpunkte außer acht lassen? Ich weiß es nicht. Aber wenn der nächste Roman der Autorin auch übersetzt werden sollte, werde ich ihn ohne Zweifel lesen. Allein schon wegen der Hoffnung, ein paar Fragezeichen eliminieren zu können.


Verlag: Aufbau Verlag
Taschenbuch: 320 Seiten
ISBN-13: 978-3351041540

0 Kommentare :

Kommentar veröffentlichen