Dienstag, 29. Mai 2012

[Rezension] Susanne Mischke - Röslein stach

Inhalt:
Die 16-jährige Toni ist heilfroh, als sich ihr endlich eine Möglichkeit bietet ihrem kontrollsüchtigen Stiefvater und dem öden Landleben zu entfliehen. Doch die Villa, in der sie nun mit drei anderen Mitbewohnern lebt, birgt ein dunkles Geheimnis: Vor 20 Jahren wurde dort ein junges Mädchen ermordet. Und vor kurzem wurde der Täter aus der Haft entlassen...

Eindruck:
Bei den X-Thrillern von Arena handelt es sich um eine Reihe, die sich an etwas ältere Jugendliche richtet als die "normalen" Arena-Thriller. Also eigentlich genau das richtige für jemanden wie mich, der gelegentlich sehr gerne Jugendbücher liest, solange diese nicht ausschließlich ein sehr junges Publikum adressieren. Doch dieses Buch konnte mich trotzdem nicht vollkommen von sich überzeugen.

Das liegt zum einen am Schreibstil der Autorin. Dieser ist sehr einfach und man merkt, dass sie speziell für junge Leser schreibt. Und so fand ich zwar keine besonders schönen Formulierungen, konnte dafür aber das Buch recht zügig durchlesen. Auch die Schriftgröße ist verhältnismäßig groß, was den Lesefluss zusätzlich noch beschleunigt.

 Die Charaktere haben mir persönlich allesamt etwas zu wenig Tiefgang. Die meisten Personen bleiben lediglich Statisten am Rande. Allein zu Toni bekommt man als Leser einen etwas besseren Zugang und erfährt von ihren Gefühlen und Beweggründen. Und ich denke, dass es vor allem jungen Mädchen leichtfallen wird, sich mit ihr zu identifizieren, da sie ihre Alltagssorgen und -probleme (Klamotten, Aussehen, Jungs, ...) wohl mit den meisten Mädchen in diesem Alter teilt.
Was allerdings nicht nur unglaubwürdig, sondern mir auch noch sehr bitter aufgestoßen ist, ist ein Teil des Buches, in dem die Jugendlichen einfach mal so einen Mord vertuschen und eine Leiche verschwinden lassen. Danach wird kaum noch darüber geredet, geschweige denn ein Gedanke daran verschwendet. Alle scheinen diese extreme Situation einfach so wegzustecken. Das ist mir dann doch "etwas" zu einfach.   

Und zur Handlung im Allgemeinen: Die Geheimnisse, die in der alten Villa verborgen liegen, ein altes Tagebuch, ein verurteilter Mörder, der plötzlich wieder auf freiem Fuß ist, das alles sind Komponenten, die zwischendurch gut für Spannung sorgen. Doch leider wird dieser Thriller ständig durch Teenie-Probleme, Umweltschutzaktionen, familiäre Probleme etc. aufgeweicht, so dass keine richtige Spannung aufkommt. Trotzdem fand ich es interessant von diesen anderen Themen zu lesen, auch wenn diese vom Hauptthema ablenken. Wirklich fesselnd wird es eigentlich erst zum Ende des Buches, wenn in einem spannenden Finale alle Geheimnisse gelüftet werden.

Fazit:
"Röslein stach" ist ein Thriller, der vor allem jüngeren Lesern ein paar spannende Lesestunden garantieren dürfte. "Älteren" ist er meiner Meinung nach jedoch nur bedingt zu empfehlen.
 


Verlag: Arena
Taschenbuch: 370 Seiten
ISBN-13: 978-3401066790



Gelesen im Rahmen der Challenge: Deutschsprachige Autoren

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