Sonntag, 24. Juni 2012

[Rezension] Monika Peetz - Sieben Tage ohne

Inhalt:
Der nächste jährliche Ausflug der 5 ungleichen Freundinnen steht bevor: Gemeinsam wollen sie eine Woche lang entschleunigen, entschlacken und abspecken. Doch jede von ihnen bringt ein anderes Geheimnis mit in den Urlaub. Und so sind Missverständnisse und Streit fast schon vorprogrammiert...

Eindruck:
Den ersten Roman über die 5 Freundinnen habe ich zwar nicht gelesen, allerdings habe ich mir vor einiger Zeit die Romanverfilmung angeschaut, die mir sehr gut gefallen hat. Die gemeinsame Reise auf dem Jakobsweg, die schwelende Konflikte entfacht und lang gehütete Geheimnisse ans Licht gebracht hat, war nicht nur spannend sondern auch stellenweise sehr amüsant. Deshalb habe ich mich auch sehr gefreut, die nächste Reise in Buchform zu verfolgen.

Die Fünf nun auf ihrem Fastenweg zu begleiten war auch wieder recht unterhaltsam. Keiner fällt es einfach, auf ihr gewohntes Leben und vor allem auf das Essen zu verzichten. Viele Rituale der Fastenwoche kommen ihnen sehr merkwürdig vor und werden in der Regel von Estelles trockenen Kommentaren begleitet. Estelle war eh meine Lieblings-Dienstagsfrau in diesem Buch. Ihre ehrlichen und direkten Sprüche haben über weite Strecken des Buches mein persönliches Highlight dargestellt. Während die anderen 4 mir teilweise durch ihre Handlungen doch etwas unsympathisch wurden, blieb Estelle sich durch ihre ehrliche Art treu und hat die teils miese Stimmung immer wieder aufgelockert.

Die Handlung wird größtenteils von den Geheimnissen der einzelnen Frauen geprägt. So begibt sich Eva heimlich auf die Suche nach ihrem Vater, Caroline fällt es schwer ihren Freundinnen von ihrer Affäre zu erzählen, Kiki schleppt diverse Familienprobleme mit sich herum und Judith wird ständig von Selbstzweifeln geplagt. Die Behandlung dieser Konflikte wird dabei immer wieder geschickt von dem Fastenalltag aufgelockert, so dass das Buch nie zu ernst wird und man es mit einem lächelnden Auge lesen kann. Großen Tiefgang erhalten die einzelnen Konflikte aufgrund der Menge an Problemen und der geringen Seitenzahl allerdings auch nicht. Vieles wird nur oberflächlich angekratzt und somit bleibt "Sieben Tage ohne" einfach ein "netter" und etwas oberflächlicher Frauenroman. 

Gegen Ende hin wird die Handlung leider immer unglaubwürdiger. Konflikte, die vorher groß aufgebauscht wurden, lösen sich einfach in Wohlgefallen auf. Anstatt einer Konfrontation gibt es in vielen Fällen einfach großmütiges Verständnis. Denn: Es haben sich halt alle lieb und verstehen sich, egal was die andere auch für einen Blödsinn anstellt. Freundinnen sind halt füreinander da. Schön, aber da frage ich mich doch was die vorhergehenden 300 Seiten mit all ihren Geheimnissen sollten, wenn doch klar ist, dass sich alle so super und ohne Worte oder Erklärungen verstehen. Nein, so eine Auflösung ist mir dann doch zu einfach.

Fazit:
"Sieben Tage ohne" ist eine nette und kurzweilige Sommerlektüre, die aufgrund der etwas zu seichten Handlung aber wohl nicht lange im Gedächtnis haften bleiben wird.
 


Verlag: KiWi
Taschenbuch: 336 Seiten
ISBN-13: 978-3462044102



Gelesen im Rahmen der Challenge: Deutschsprachige Autoren

1 Kommentar :

  1. Ein Sommerbuch wäre ja nicht schlecht, vor allem wenn es wärmer wird und das mit der Konzentration nicht mehr so optimal läuft.
    Ich muss noch mal überlegen, ob und wann das Buch auf den SuB kommt. Vielleicht wären die Dienstags Frauen ja mehr was für mich?

    LG, Katarina :)

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