Dienstag, 17. Juli 2012

[Rezension] Jean-Luc Bannalec - Bretonische Verhältnisse

Inhalt:
An einem heißen Julimorgen kurz vor der Hochsaison geschieht im pittoresken Künstlerdorf Pont Aven ein mysteriöser Mord: Pierre-Louis Pennec, der hochbetagte Inhaber des legendären Hotels Central, das schon Gauguin und andere große Künstler beherbergte, wird brutal erstochen. Wer ermordet einen 91-Jährigen und warum? Was ist in den letzten Tagen des Hotelbesitzers vorgefallen? Als kurz darauf eine zweite Leiche an der bretonischen Küste aufgefunden wird, realisiert Georges Dupin, dass er es mit einem Fall ungeahnten Ausmaßes zu tun hat. ( Quelle: KiWi )

Eindruck:
"Bretonische Verhältnisse" ist für mich ein klassischer Wohlfühlroman. Denn in diesem Krimi geht es größtenteils sehr ruhig und beschaulich zu. Den Beschreibungen der landschaftlichen Besonderheiten und geschichtlichen Exkursionen widmet sich Jean-Luc Bannalec mit großer Hingabe. Und selbst im sogenannten Showdown am Ende des Buches ist immer noch ein bisschen Platz für die Erläuterungen dieser Stadtgeschichte oder jenes wunderschönen Ausblicks. Unter normalen Umständen würden mich solch ausschweifende Beschreibungen eher langweiligen. Aber dieses Buch hat mich mit seinem französischen Charme wohl ganz und gar eingewickelt.

Der Kommissar selbst, Kommissar Dupin, ist ebenfalls ein eher ruhiger Charakter. Er arbeitet am liebsten allein, ist bisweilen etwas merkwürdig und wird von den Einheimischen immer noch als Fremder angesehen, obwohl er schon einige Jahre in der Bretagne wohnt. Seine zerstreute, kauzige Art macht ihn gleich von Beginn an zu einem sehr sympathischen Ermittler, den man gerne bei seinen Nachforschungen begleitet.

Die Leidenschaft, mit der Kommissar von den Vorzügen der Bretagne schwärmt, verhindern natürlich, dass sich im Verlauf der Handlung wirkliche Spannung aufbauen kann. Doch das ist wohl auch gar nicht das Ziel dieses Buches, das in gemächlichem Tempo Puzzleteil für Puzzleteil offenbart und aus dem es Dupin schließlich gelingt seinen ersten Fall zu lösen.

Fazit:
"Bretonische Verhältnisse" ist ein gemächlicher Krimi, der seinen ganz eigenen, ruhigen Charme besitzt, der wohl jedoch nur dann ganz zu begeistern vermag, wenn man so wie ich Sehnsucht nach der rauen Landschaft der Bretagne verspürt.
 

Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Taschenbuch: 304 Seiten
ISBN-13: 978-3462044065

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