Samstag, 13. Oktober 2012

[Rezension] Eleanor Brown - Die Shakespeare-Schwestern

Inhalt:
Das einzige, das die drei Schwestern Rosalind, Bianca und Cordelia verbindet, ist ihre Liebe zum Lesen. Ansonsten haben sie kaum etwas gemeinsam: Rose, die vernünftige älteste Schwester ist noch nie aus ihrer Heimatstadt herausgekommen, Bianca führt ein glamouröses Leben in New York und Cordelia, das Nesthäkchen, zieht ziellos von einem Ort zum anderen. Als ihre Mutter schwer erkrankt, kehren sie nach Hause zurück. Schon bald brechen alte Konflikte auf und das ein oder andere Geheimnis droht ans Tageslicht zu kommen...

Eindruck:
Im Roman "Die Shakespeare-Schwestern" sind drei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein können, plötzlich wieder in ihrem Elternhaus vereint. Wie in wohl jeder Familie gibt es auch hier einige unterdrückte Konflikte und das ein oder andere Geheimnis, das nach und nach an die Oberfläche kommt. Die schwierigen Beziehungen untereinander werden von Eleanor Brown auf sehr realistische und auch unterhaltsame Weise beschrieben. Immer mal wieder streut sie Rückblenden ein, in denen Einblicke in die Kindheit der drei gewährt werden und die verständlicher machen, warum sie sich so unterschiedlich entwickelt haben.

Insgesamt passiert eigentlich gar nicht allzu viel in diesem Roman. Die Handlung beschränkt sich komplett auf die Heimkehr der drei, ihrem Versuch mit der neuen Situation fertig zu werden und eine Hilfe für ihre Mutter zu sein. Statt einen komplizierten Handlungsablauf zu entwickeln, konzentriert sich die Autorin voll und ganz darauf, die komplexen Beziehungsstrukturen zu entwirren und die Familie so lebensnah wie möglich zu präsentieren, was ihr auch außerordentlich gut gelingt!

Eine schöne Besonderheit dieses Buches sind die vielen eingestreuten Shakespeare-Zitate, die sowohl vom Vater als auch von den Schwestern in den unterschiedlichsten Situationen angewandt werden. Die Erzählperspektive empfand ich hingegen als sehr gewöhnungsbedürftig. Es scheint so, als ob die drei Schwestern die Geschichte gemeinsam im Rückblick erzählen. Jedenfalls wird durchgehend von "unserer Schwester Rosalind/Bianca/Cordelia" berichtet, was mich eine ganze Weile sehr verwirrt hat.  

Was mich allerdings sehr stört, ist das Ende des Romans (zum Weiterlesen den folgenden Text markieren): Beschreibt das Buch die familiären Konflikte durchweg sehr realistisch, mutet das Ende leider arg verkitscht an. Die Probleme werden alle beseitigt, Konflikte lösen sich in der Luft auf und plötzlich haben sich alle ganz furchtbar lieb. Ich hätte es wesentlich besser gefunden, wenn auch am Ende noch ersichtlich geblieben wäre, dass, obwohl man die ein oder andere Streitigkeit beiseitegelegt hat, das Leben in dieser Familie nun nicht in etwa wie "und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende" ablaufen wird.

Fazit:
"Die Shakespeare-Schwestern" beschreibt auf realistische und unterhaltsame Weise das Leben einer amerikanischen Familie, die durch einen Schicksalsschlag plötzlich wieder vereint ist.

"Wir lieben uns. Wir mögen uns nur nicht besonders."


Verlag: insel taschenbuch
Taschenbuch: 374 Seiten
ISBN-13: 978-3458358350

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