Samstag, 17. November 2012

[Buchvorstellung] Alan Bradley - Halunken, Tod und Teufel

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Inhalt:
Als sich Flavia de Luce auf dem Jahrmarkt von Bishop’s Lacey die Zukunft vorhersagen lassen möchte, steckt sie ausversehen das Zelt der Wahrsagerin Fenella in Brand. Wenig später wird diese zuerst beschuldigt, vor Jahren ein Baby entführt zu haben und kurz darauf selbst Opfer eines Verbrechens. Die Hobbydetektivin Flavia begibt sich natürlich wieder einmal sofort selbst auf die Suche nach der Wahrheit und ist dabei der Polizei immer ein Stückchen voraus...

Eindruck:
„Halunken, Tod und Teufel“ ist nun schon der dritte Roman, in dem die junge Flavia de Luce zeigen darf, was in ihr steckt. Schon in den ersten beiden Bänden hat sie ihr wissenschaftliches Wissen und ihren Spürsinn ein ums andere Mal demonstrieren können. Und auch in diesem Roman wird sie vor neue Herausforderungen gestellt, die sie eifrig annimmt. Denn Flavia ist kein gewöhnliches junges Mädchen. Sie wird vielmehr von einer unstillbaren Neugier und Entdeckerdrang getrieben. Zudem besitzt sie eine überdurchschnittlich ausgeprägte Leidenschaft für die Wissenschaft – besonders für chemische Experimente, denen schon das ein oder andere Familienerbstück zum Opfer gefallen ist. Der sympathischen kleinen Heldin bei ihren „Ermittlungen“ über die Schultern zu schauen ist also nicht nur spannend, sondern zugleich auch noch lehrreich!

Der Kriminalfall und somit auch die Handlung verlaufen in diesem 3. Band um einiges komplexer und verstrickter als in den Vorgängern. Dies hat mir sehr gut gefallen, empfand ich besonders den 2. Band an manchen Stellen doch als etwas zäh. Hier habe ich hingegen von der ersten bis zur letzten Seite aufmerksam das Geschehen verfolgt und gerätselt, wer denn nun eigentlich der alten Zigeunerin böse gesinnt ist. Besonders hervorzuheben sind auch der feine Wortwitz und der schwarze Humor, mit denen Alan Bradley seinen Romanen das gewisse Etwas verleiht und mit dem er die teils triste Atmosphäre innerhalb der Familie immer wieder auflockert.

Neben dem Kriminalfall, den es zu lösen gilt, wird auch der familiären Situation auf Buckshaw große Aufmerksamkeit gewidmet. Die beiden älteren Schwestern Feely und Daffy ersinnen wieder einmal die eine oder andere Gemeinheit gegen Flavia, wogegen diese wiederum listige Rachepläne schmiedet. Diese Episoden sind zwar gleichermaßen amüsant wie auch verstörend zu lesen und die Ideen der drei ungleichen Schwestern scheinen wirklich nie zu versiegen. Doch fand ich es schade, dass die Beziehung der drei dermaßen auf der Stelle tritt. Ich habe schon gehofft, dass vielleicht eine Annäherung oder zumindest irgendeine Veränderung eintrifft. Aber stattdessen bleibt der status quo bestehen und ein Rachefeldzug folgt dem nächsten. Schade fand ich auch, dass Dogger und Mrs. Mullet, die guten Seelen des Hauses, in diesem Roman leider sehr im Hintergrund blieben. Hier – besonders was Dogger betrifft – habe ich mir einige Hintergrundinformationen erhofft, die ich leider nicht erhalten habe. Stattdessen erfährt man allerdings interessante Neuigkeiten über Flavias verstorbene Mutter und ihren Vater. Und das ist ja auch schon einmal etwas! Außerdem wird es ja noch weitere Romane über die junge Detektivin geben, in denen sicher noch das ein oder andere Familiengeheimnis enthüllt wird. Meine Neugier bleibt also bestehen bzw. wurde sogar noch weiter entfacht!

Fazit:
"Halunken, Tod und Teufel" hat konnte mich mit seinem Wortwitz und den ungewöhnlichen Charakteren genauso begeistern wie seine Vorgänger. Jedem, der die außergewöhnliche Flavia de Luce noch nicht kennt, kann ich nur empfehlen, es einmal mit dem ersten Roman "Mord im Gurkenbeet" zu versuchen. Ich freue mich derweil auf  "Vorhang auf für eine Leiche", dem 4. Band dieser Serie!


Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Penhaligon Verlag
ISBN-13: 978-3442379507


Reiheninfo "Flavia de Luce:
  1. Mord im Gurkenbeet
  2. Mord ist kein Kinderspiel *zur Buchvorstellung*
  3. Halunken, Tod und Teufel 
  4. Vorhang auf für eine Leiche

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